Historische Dorfkalender Neukirchen

Der Dorfverein gibt seit 2004 jährlich einen Kalender mit historischen Bildern aus Ort und Umgebung kostenlos für alle Haushalte heraus.

Um die Fotos – die ja zeitgenössische Dokumente darstellen – nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, werden sie hier zum Nachschlagen gezeigt (z.Zt. in Arbeit, daher noch nicht vollständig).

Bitte berücksichtigen, dass einige Texte der Kalenderblätter inzwischen auch schon einige Jahre alt und damit an der einen oder anderen Stelle nicht ganz akturell sind.

Es beginnt mit den Kalenderblättern für das Jahr 2004

Kalender 2004 – Deckblatt

Neukirchen — an der Kirche

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Dieses Bild von ca. 1935 zeigt den Bereich des heutigen Jakobusplatzes, an dem sich heute die Bushaltestelle befindet. Im Vordergrund das alte Haus der Familie Offer. Hier stand die Wiege des heute am Gubisrather Weg befindlichen „Grünen Warenhauses“. Die Tor­einfahrt mit dem mittleren Haus gehört zum landwirtschaftlichen Betrieb Schotten. Das hin­tere Haus ist heute die Bäckerei Domgans. Unmittelbar daneben beginnt der alte Friedhof, der rund um die Kirche lag. Dies alles wird überragt durch den Kirchturm, der nach langem Ringen im Jahre 1844 errichtet wurde. Vorher war auch der Kirchturm als hölzerne Konstruktion wie das „Bimmchen“ über dem Chor auf dem Kirchendach errichtet. Im Kirchturm läutet heute noch eine alte Bronzeglocke aus dem Jahre 1429.

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Bildquelle: H. J. Kruppa

Kalender 2004 – Januar

Jakobusplatz

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In den 60ziger Jahren nimmt der Jakobusplatz, damals noch Kirchplatz genannt, allmählich seine heutige Gestalt an. Vorne rechts befand sich lange Jahre die Post. Die erste Poststelle wurde im April 1904 in Neukirchen eingerichtet, allerdings als Agentur beim Wirte Flock in der Roseller Straße. Der Haken, den die Straße noch um den alten Friedhof macht, würde heute sicherlich der Verkehrsberuhigung dienen. Heute haben wir dafür unsere Dorfampel. Bei der Einrichtung der „Kraftpostbus-Linie“ am 14. 12. 1924 war die Dorfhaltestelle bei der Post-Hilfs-Agentur in Neukirchen. Der Bus kündigte sich damals jeweils mit einem drei­fachen Hupen an. Die Dorfjugend nannte das Signal: „Strömt herbei!“

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Bildquelle: H. J. Kruppa

Kalender 2004 – Februar

Brunnenstrasse

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Dieses Bild führt uns rund 50 Jahre zurück. Die Brunnenstraße ist noch die Oberstraße und wird von den für Neukirchen typischen Häusern gerahmt. Diese Bauweise nennt man „Winkelhof“, weil die landwirtschaftlichen Nebengebäude im hinteren Teil des Grund­stückes im rechten Winkel zum Wohnhaus gebaut wurden. Bis etwa 1850 wurde das gesamte Abwasser des Dorfes über einen in der Brunnenstraße liegenden, offenen Graben geführt. Dadurch war die Verbreitung von Seuchen ein häufiges Problem im Dorf, worun­ter nicht nur die Bewohner, sondern auch das Vieh litt. Auf eine solche Seuche hin entstand vor mehr als 300 Jahren die noch heute übliche Wallfahrt nach Bergheim.

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Bildquelle: H. J. Kruppa

Kalender 2004 – März

Bei der Feldarbeit

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Dass die Arbeit auf dem Feld, hier eine zweispännige Egge auf dem Horrer Feld, harte Knochenarbeit war, lässt dieses Foto kaum erahnen. Immerhin sind hier schon zwei Pferde im Einsatz, die meisten Bauern hatten nur ein einziges Pferd im Stall. Für die Feldarbeit wurden in den älteren Zeiten meist nur Ochsen genommen. Die Fläche, die ein Bauer mit dem Ochsen an einem Vormittag bearbeiten konnte, nannte man „einen Morgen“. Die Größe des „Morgens“ hängt natürlich stark von der Bodenbeschaffenheit ab. Der bei uns übliche „Kölner Morgen“ war etwas über 3.000 Quadratmeter groß.

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Bildquelle: Fam. Linzbach

Kalender 2004 – April

Blitzender Chrom

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Mit sichtlichem Stolz präsentiert Engelbert Hecker uns sein chromblitzendes Motorrad. Beim damaligen Verkehr konnte er sich noch gemütlich mitten auf der Fahrbahn der Hülch-rather Straße postieren, die Bahnbrücke, die damals noch den Ortseingang prägte, gibt einen würdigen Rahmen. Welches flotte Mädel er wohl anschließend mit auf seine Tour nach Köln nahm?

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Bildquelle: Wiltsch

Kalender 2004 – Mai

Roseller Strasse

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Auch die Roseller Straße hat ihr Gesicht in den letzten 50 Jahren deutlich verändert. Wo rechts der alte herrschaftliche Hof noch behäbig die Schützen auf ihrem Weg zum Rathhaus grüßt, befinden sich heute Mietshäuser, die schmale Straße ist ausgebaut, die Ställe und das Gehöft vor der Kirche sind verschwunden, dafür konnte die scharfe Kurve zum Jakobusplatz hin entschärft werden. Mit der Sparkasse, der Apotheke, dem Kiosk und dem Rathausgrill hat sich dieser Teil der Roseller Straße inzwischen zu einem kleinen Zentrum des Dorfes entwickelt, in dem als konstanter Orientierungspunkt der Gasthof Wirtz „Zum alten Brau­haus“ noch unverändert steht.

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Bildquelle: H.J. Kruppa

Kalender 2004 – Juni

Einschulung 1944

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Bei der hier abgebildeten kleinen Klasse mit 38 Schülern sieht man den Ernst des Tages deutlich in den Gesichtern. Der ein oder andere wird sich wiedererkennen! Die Schule in Neukirchen stand ursprünglich dort, wo heute die Volksbank steht. Mehr oder weniger ununterbrochen besteht diese Einrichtung seit etwa 1720, nachdem ein erster Versuch, eine Schule einzurichten, um 1690 gescheitert war. Die reichen Bauern hatten vorher ihren Kindern Privatlehrer engagiert, seit etwa 1610 bestand auch die Möglichkeit, die Kinder nach Hülchrath zur Schule zu schicken. Entlassen wurden die Kinder dann mit dem 14. Lebensjahr, egal wie gut sie waren.

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Bildquelle: E. Anderhalden

Kalender 2004 – Juli

Schloß Hülchrath

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Zwei Glockentürme gaben früher den Ton an: Der Kirchturm von Neukirchen kündete von Freud und Leid und rief zum Gottesdienst in der Pfarre, zu der auch Hülchrath gehörte, wäh­rend der Glockenturm vom Hülchrather Schloss auch die Neukircher zum Gericht rief. Bei den alljährlichen Hauptgerichtstagen des „Dingstuhls Hülchrath“ mussten alle Einwohner der Pfarren Neukirchen, Norf, Rosellen und Nievenheim sowie zahlreiche Hoistener Pfarrangehörige auf dem Platz am Schloss Hülchrath erscheinen. Bei den wöchentlichen Gerichtsterminen mussten jedoch nur die am Verfahren Beteiligten erscheinen, wobei der Angeklagte in aller Regel vorher im Schloss Hülchrath eingelocht wurde. Im Falle eines Todesurteils wurde er dann durch das Dorf Neukirchen bis zum Richtplatz in der Nähe des Pfannenschuppens geführt.

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Bildquelle: H.J. Kruppa

Kalender 2004 – August

Achtung Foto! Nicht bewegen!!

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Ein Fototermin, so wie hier bei der Familie Paulussen, war vor dem ersten Weltkrieg noch eine gewaltige Sache. Musste man doch recht lange still und unbeweglich stehen, bis das Foto endlich im Kasten war. Das alte Haus steht im übrigen heute noch an der Hülchrather Straße, es beherbergt das Blumengeschäft Nickele. Allerdings hat es durch eine Verklin-kerung und vergrößerte Fenster das Aussehen stark verändert, und die Nebengebäude sind dem Kundenparkplatz gewichen. Der Typus des frei stehenden Hoftores mit eigener Über­dachung ist heute leider aus Neukirchen vollständig verschwunden. So wie hier noch auf dem Foto haben früher die allermeisten Hofeinfahrten ausgesehen, anders als etwa im Jülischen, wo über dem Hoftor meist die Gesindekammer gebaut war.

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Bildquelle: Fam. Nickele

Kalender 2004 – September

Die alte Pfarrkirche

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Die alte Pfarrkirche „St. Jakobus der Ältere“ gab, als sie zum ersten Mal errichtet wurde, unserem Dorf den Namen. Das mag schon weit über tausend Jahre her sein. Im 11. Jahrhundert wird Neukirchen erstmalig erwähnt, und Reste des romanischen Baues sind noch im Kern enthalten. Zwei große Umbauphasen haben zum heutigen Bild wesentlich beigetragen. Vor rund 300 Jahren wurden die Seitenschiffe und der heutige Chorraum mit der alten Sakristei angebaut, und vor gut 150 Jahren wurde die Kirche verlängert und der heutige Turm errichtet. 1960 wurde dann auf dem alten Friedhof, der die Kirche umgab, das Kriegsopferdenkmal errichtet. An den alten Friedhof erinnern nur noch die alten Grabkreuze am Weg, der rund um die Kirche angelegt wurde.

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Bildquelle: H.J. Kruppa

Kalender 2004 – Oktober

Haus Horr 1911

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Der Fotograf war wohl von dem Eindruck, den das „Neukircher Schloss“ machte, so ver­wirrt, dass er sich nicht richtig entscheiden konnte, ob er nun das Haus, die Gesamtanlage oder die Familie ablichten sollte. Wenn man das Haus, das im Wesentlichen zum Unesco-Kulturerbe „Schloss Falkenlust“ in Brühl baugleich ist, heute betrachtet, scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Der Unterschied fällt erst auf, wenn man die moderne Landwirtschaft betrachtet, die statt Mensch und Tier heute Technik einsetzt. Auch das Wirtschaftsjahr endet nicht mehr am 30. Oktober, die Finanzämter haben auch der Land­wirtschaft das Kalenderjahr gebracht.

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Bildquelle: Fam. Linzbach

Kalender 2004 – November

Haus Horr 1911

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Beim Schmied war immer viel los. Jedes Dorf hatte seine eigene Schmiede, denn nicht nur die Pferde brauchten Hufeisen und die Pflüge benötigten Pflugscharen, der Schmied liefer­te auch Nägel aller Art, schmiedete Fenster- und Türbeschläge und konnte natürlich auch sonst gut zupacken. Auf diesem Foto sehen wir den Dorfschmied Bartholomäus Neukirchen.

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Bildquelle: Volksbank

Kalender 2004 – Dezember

Dorfschänke – Joseph Hecker

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Dort, wo heute das Hotel Stenbrock „Zum guten Tröpfchen“ steht, stand bis kurz nach dem zweiten Weltkrieg dieser Gasthof mit Landwirtschaft. Er trug (seit etwa 1600 nachweisbar) den Namen „Lindenhof“. Hier hatte auch eine kurze Zeit die „Raiffeisenkasse Neukirchen“ ihr Domizil. Im zweiten Weltkrieg wurde der Stall des Hofes schwer getroffen, das ganze Vieh starb qualvoll in den Trümmern. Die Nachfolge der Landwirtschaft trat der von Winand Hecker gegründete Mühlenhof am Dorfende an, der heute auch schon Geschichte ist.

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Bildquelle: Chr. Wiltsch

Es folgen die Blätter für den Kalender des Jahres 2005

Kalender 2005 – Deckblatt

Dachdecker Schiefer

Text zum Bild ...

Zu diesem Bild liegt leider kein Text vor.

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Bildquelle: unbekannt

Kalender 2005 – Januar

Vogtenhaus Hülchrath

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Um das Jahr 1720 errichtete der Hülchrather Vogt und Kellner Erich Adolph Call dieses Haus an der Hülchrather Hauptstraße. Sein Amt war vergleichbar dem eines Landrates, kombiniert mit dem des vorsitzenden Richters am Landgericht und dem des Leiters des Finanzamtes. Sein Bezirk war das Amt Hülchrath, das sechs Dingstühle, die in etwa heutigen Großgemeinden vergleichbar sind, umfasste. Zum Dingstuhl Hülchrath gehörte auch unser Neukirchen. Aus dieser alten, kurfürstlichen Zeit stammt noch das Landeswappen von Kurköln, das über dem Eingang zu sehen ist und etwa dem Landeswappen zu vergleichen ist, das noch heute an den Türen der Gerichte und Finanzämter zu finden ist. Da einer der Bürgermeister im 19. Jahrhundert auch hier wohnte, wurde das Haus auch als „Bürgermeisterei“ bezeichnet. In dieser Zeit kam die Umdeutung des Wappens zum „Hülchrather Stadtwappen“, da an den Rathäusern der Städte – und Hülchrath fühlte sich immer als eine solche – bekanntlich die Stadtwappen angebracht waren.

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Bildquelle: H. J. Kruppa

Kalender 2005 – Februar

Innenansicht St. Jakobus Kirche

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Aus der Kirchenchronik:

18. November 1906: Da in den 3 Jahren, welche seit der Restauration der Kirche verflossen sind, die Wände, Pfeiler etc. genugsam ausgetrocknet waren, konnte man ohne Besorgnis die Ausmalung der Kirche in Angriff nehmen. Am 14. Juni beschloß der Kirchenvorstand, die Arbeit dem Maler Wilhelm Vossebrecker zu Weiden b. Köln zu übertragen. In der Woche nach Fronleichnam begann er (mit einem Gehülfen) die Arbeit und stellte bis Jakobus das Chor mit Einschluß des Hochaltares, der vollständig abgebeizt und neu vergoldet wurde, fertig. Bis zum Feste des hl. Wendelinus war die übrige Arbeit geschehen mit Ausschluß des Bildes am Triumphbogen. Dieses Bild war einem anderen Maler übertragen, Gerhard Lamers zu Münster (Schüler von Prof. Stummel zu Kevelaer), der nunmehr in Thätigkeit trat. Heute am Kirchweihfeste war alles schon so weit fertig gestellt, daß ich in der Predigt das Bild erklären und die Wahl desselben begründen konnte:

Unten auf dem Hochaltar der Heiland in seiner Erniedrigung (Tabernakel, Kreuz); oben auf dem Triumphbogen in seiner Verklärung, ferner unten die göttliche Barmherzigkeit (Kreuz und Tabernakel), oben die göttliche Gerechtigkeit (Weltenrichter), aber diese auch wieder gemildert durch die Fürsprache Mariä und des hl. Jakobus. Beide Maler haben ihre Aufgabe in bester Weise gelöst. Vossebrecker erhielt 2475 Mark, Lamers für das Bild 325 M. Nunmehr dürfte unsere Kirche eine der schönsten in der ganzen Umgegend sein.

Das Foto dürfte zwischen 1908 (Aufstellung der Säulenheiligen) und 1910 (Anbringung elektrischer Lampen in Chor und Schiff) aufgenommen worden sein.

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Bildquelle: Heibel

Kalender 2005 – März

Am Nußbaum / Hülchrather Strasse

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Kurz war die Epoche des Aussiedlerhofes Berg an der Hülchrather Straße. Kurz nach 1900 erbaut, diente er nur zwei Generationen als landwirtschaftlicher Betrieb, um einem äußerst ehrgeizigen Bauprojekt, der Entwicklung der Straße „Am Nußbaum“ zu weichen. Die Familie Berg hatte auch den Grundstein zur benachbarten Fabrik gelegt, aber der wirtschaftliche Erfolg ließ auf sich warten. So etablierte sich die Fabrik als Konservenfabrik Kluth erst im zweiten Anlauf. Aber auch dieser Fabrik war keine lange Lebensdauer beschieden.

Man beachte auch, dass auf der Hülchrather Straße Ende der Fünfziger Jahre die Kinder noch auf der Straße spielen konnten, weil kaum ein Fahrzeug die Straße passierte (unten links und oben rechts).

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Bildquelle: L. Becker

Kalender 2005 – April

Mittelklasse 1910

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Bei diesem Foto soll es sich um ein Firmbild von 1897 mit Pfarrer Hugo Hünebeck handeln. Da Pfarrer Hünebeck aber nur von 1910 bis 1916 in Neukirchen war, und bei der Firmung die Kinder auch wesentlich älter waren, als die hier abgebildeten Schüler, wird es sich um ein Klassenfoto der Mittelklasse handeln, die vor dem ersten Weltkrieg etwa 65 Schüler umfasste. Gestützt wird die Annahme dadurch, dass sieben Kinder mit Namen bekannt sind:

Johann Sprenger, 1. Reihe von oben, ganz links. 3. Reihe von oben, 1. Mädchen von links ist Helene Kluth, das dritte Mädchen ist Billa, später verheiratete Hintzen. Das vierte Mädchen ist Anna Odendahl, geboren 1898, später verheiratete Wirtz. Das vierte Mädchen von rechts ist Maria Knauf, die später Johann Bock geheiratet hat, der in der untersten Reihe 2. von links zu sehen ist. In der dritten Reihe von unten ist das 2. Mädchen von links Margaretha Brüggen.

Neben dem Pfarrer Hugo Hünebeck steht auf der Schultreppe der Schulleiter Joseph Moritz, rechts neben dem Pfarrer ist mit der Brille die Lehrerin der Mittelklasse, Eva Mafa, zu sehen, die im Alter von 20 Jahren Anno 1876 nach Neukirchen kam, und 1911 schwer erkrankte und aus dem Schuldienst ausschied. Sie starb dann 1922 an den Folgen der Krankheit.

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Bildquelle: Ehel. Hinzen

Kalender 2005 – Mai

Festzug der Schützen 1957

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Da schlägt das Herz einer jeden Schützenbraut höher: Am Sonntagnachmittag mit durch das Dorf ziehen zu dürfen. Doch das sieht der Regimentsbefehl nicht vor. Anläßlich der Weihe einer von den Frauen gestifteten Fahne gab es nur einmal eine Ausnahme. Von links nach rechts sind die stolzen Damen:

Christel Blank und Maria Poziot, eine auf Besuch in Neukirchen weilende Dame neben Gerti Corsten, Maria Holzenleuchter, Anni Holzenleuchter, Adele Koenen, und verdeckt durch die beiden Herren Heinrich Köllen und Lehrer Fervers Marta Zimmermann und Gertrud Offer. Auf den Pferden sitzen Franz Kromeich und Joseph Hahn.

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Bildquelle: Frau Lange

Kalender 2005 – Juni

Mittagspause 1912

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Vor 90 Jahren bestimmte noch keine Atomuhr den Tagesablauf, sondern allein die Sonne und die Kirchturmuhr. Das „Wohnzimmer“ war die Bank vor dem Haus, wie hier beim Landwirt Nollen in der heutigen Hülchrather Broichstraße. Unter dem Titel „Mittagspause“ wurde dieses Bild als Ansichtspostkarte vom Niederrhein verkauft.

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Bildquelle: Archiv Kruppa

Kalender 2005 – Juli

Neukirchener Pumpengemeinschaft

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Der älteste rheinische Brunnen ist 7000 Jahre alt und aus Holz gefertigt. In römischer Zeit wurden die Brunnen aus Stein gemauert. So blieb es bis in das 19. Jhd. hinein. Dann aber kamen statt der Ziehbrunnen Saugpumpen auf, so wie die hier abgebildete Pumpe, die an der Kreuzung der Viehstraße mit der Hülchrather Straße stand. Da nicht jedes Haus einen eigenen Brunnen hatte, waren rund um die Brunnen „Brunnengemeinschaften“ entstanden, die gemeinschaftlich den Brunnen unterhielten und pflegen mussten.

Hier müssen die Frauen von Montfort, Tegethoff und Zars die mühsame Arbeit des Wasserpumpens noch von Hand ausführen. Erst Ende der fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts wurde die zentrale Trinkwasserversorgung eingeführt.

Das Wasserholen war schon zu biblischer Zeit Frauensache, wie aus der Geschichte Jesu mit der Samaritanerin am Brunnen zu erkennen ist (Joh. 4, 7-10), und diese biblische Geschichte lebt in ihrer Spannung von dieser Rollenverteilung, indem Jesus zur Frau spricht: „Wenn du wüßtest, wer ich bin, dann hättest du mich gebeten, dir lebendiges Wasser zu schöpfen.“

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Bildquelle: Dr. F. Schmitz

Kalender 2005 – August

Heiße Technik im heißen August

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Das Leben des Landwirtes erfährt seinen Höhepunkt mit der Ernte im Sommer. Nach dem das Getreide geschnitten war, musste es von Hand gedroschen werden. Das Dreschen war eine schwierige Sache, denn die Drescher mussten stets im Takt bleiben. Welche Erleichterung brachte dann um 1930 dieses Lokomobil mit Dampfdreschmaschine! Stolz präsentieren sich daher die Frauen und Erntehelfer dem Fotografen, der den technischen Fortschritt dokumentiert. Noch 1963 gab es einen Landwirt, der keinen Traktor hatte und mit dem Pferd seiner Arbeit nachging!

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Bildquelle: Fotoarchiv Kruppa, Urh.Recht: Albert Landmesser

 

Kalender 2005 – September

Pferdekarre für Vorbeter bei der Wallfahrt

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Der September ist der traditionelle Festmonat in Neukirchen. Zunächst war auf dem ersten Sonntag im September die Kirmes, welche das alte Kirchweihfest ist. Heute wird auf diesem Termin das Pfarrfest gefeiert. Eine Woche später findet dann die Fußwallfahrt nach Bergheim statt, ursprünglich ging es nach Betlehem, einem Kloster bei Bergheim. Auslöser waren verschiedene Seuchen, die in den Sechzehnhundert-Siebziger-Jahren in Hülchrath und Neukirchen gewütet hatten. Der Legende nach war die Seuche verschwunden, nachdem die wenigen Überlebenden siebenmal hintereinander nach Betlehem gezogen waren. Schon immer wurden die Fußpilger von einer „Karre“ begleitet. Hier sehen wir die Karre, die den Pilgerzug begleitete, allerdings zu einem anderen Anlaß. Einige Neukircher, die gerne mitziehen wollten, aber den Weg nicht mehr schafften, mieteten sich auch Sitzplätze in der „Karre“, deren wertvollster Schatz das Bierfaß war, aus dem sich die Vorbeter, Brudermeister genannt, zwischen ihren stundenlangen Litaneien und Rosenkränzen erfrischen durften.

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Bildquelle: anonym

Kalender 2005 – Oktober

Erntedank 1933

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Mit dem Erntedankfest 1933 treten die Nationalsozialisten zum ersten Mal öffentlich in Neukirchen in Erscheinung. Lehrer Heinrich Reif berichtet über das Fest:

1. Okt. 1933 Erntedankfest! Tag des Bauern. Ein wunderschöner Herbsttag mit blauem Himmel und viel Wärme. Das ganze Dorf ist lebendig. Und erst der Festzug: Erntewagen, Schnitterinnen, Schnitter, Jugend, S.A. in buntem Durcheinander. Es ging von Hoisten über Helpenstein, Münchrath, Hülchrath nach Neukirchen. Hier wurde bei Einbruch der Dunkelheit ein Erntespiel aufgeführt (von den Jungmännern des Jungmänner-Vereins, den Mädels des Jungfrauenvereins und den Schulkindern). Danach schritt man zur Kirche, wo eine Danksagungsandacht stattfand, verschönt durch den mehrstimmigen Gesang unseres Kirchenchors mit seinem Leiter Mülhöfer. Es war ein Erlebnis.

Auf dem Ernteball war es so fein wie es Kirmes und Schützenfest nie gewesen ist. Sogar „de decke Bure ware do“. Heil Hitler!

Wenig später wurde mit den beiden hier noch vorgeschobenen Vereinen der katholischen Jugend ganz anders „zusammengearbeitet“, wie die Kirchenchronik berichtet:

Am 1. Febr. 1938 wurde durch die Geheime Staatspolizei hier wie in der ganzen Erzdiözese die Jungmänner- und Jungfrauenkongregation als aufgelöst erklärt. Das Vermögen wurde beschlagnahmt. Am 3.2.38 wurde mitgeteilt, daß die Auflösung der Jungfrauenkongregation zu Unrecht erfolgt sei.

Auf dem Foto, das auf dem Jakobusplatz Ecke Roseller Straße aufgenommen wurde, sind vor allem Hoistener zu sehen, der Dorfpolizist Düllberg steht hinter dem Pferd mit verschränkten Händen.

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Bildquelle: K. Pützhoven

Kalender 2005 – November

Panhas Pottscharre

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In früherer Zeit, hielten die Leute auf dem Lande und auch viele Neukirchener noch Schweine und es waren Hausschlachtungen üblich. Diese wurden meist im Haus der Viehbesitzer von einem örtlichen Metzger durchgeführt. Dazu zählte dann natürlich auch das „Wursten“, und da so gut wie alles vom Schlachten verwendet wurde, machte man, wenn die Würste gekocht waren, aus der Wurstbrühe, Buchweizenmehl usw. den „Panhas“.

Frischer Panhas war offenbar nicht nur für die Erwachsenen ein Fest, sondern auch für die Kinder. Oft durften auch die Nachbarskinder zum „Pottscharre“, d.h. Auskratzen der Reste aus dem Wursttopf kommen, wozu jeder üblicherweise einen eigenen Löffel mitbringen mußte. Offenbar war der Panhas lecker und es hat Spaß gemacht.

Das Foto ist ca. 1942 auf dem Hof der Familie Hinzen, Unterdorf entstanden.

Es zeigt von links nach rechts: Alois Wirtz, Christel Haas, Gerti Krüll, Josef Hinzen (zeigt den Rücken), Mechthilde Wolf (oben), der Junge in der Mitte und das verdeckte Mädchen sind nicht bekannt, Maria Haas (vorn), Hardy Hinzen, Hans Hinzen

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Bildquelle: Fam. Hinzen

Kalender 2005 – Dezember

Kaufhaus – Rudolf Daners

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Ein traditionsreiches Ladenlokal ist der kleine Laden von Daners am Jakobusplatz, der heute den beliebten Kiosk beherbergt. Vieles hat sich in den letzten 70 Jahren zwar gewaltig verändert, aber der Charakter ist geblieben. Die Gebinde der Spirituosen und Süßwaren sehen anders aus, lose verpackt und abgewogen wird schon lange nicht mehr, und auch bei den Rauchwaren ist das Sortiment verändert. Solche Läden lockten damals wie heute auch Spitzbuben an, wie wir am 9.2.1927 in der NGZ lesen konnten:

Einbruch in Neukirchen.

Neukirchen, 9. Febr. Vergangene Nacht wurde bei dem Metzger P. Rütten und dem Kolonialwarenhändler H. Derichs eingebrochen. Während den Dieben bei dem ersteren ein neues Fahrrad, Kleidungsstücke und Geld in die Hände fielen, hatten sie bei letzterem außer Geld auch Lebensmittel sich angeeignet. Ein halbes Weißbrot wurde noch auf dem Fensterbrett der Schule vorgefunden. Die Untersuchung wird hoffentlich den Diebstahl aufklären.

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Bildquelle: Fotoarchiv Kruppa

Es folgen die Blätter für den Kalender des Jahres 2006

Kalender 2006 – Deckblatt

 Die Herren Bodewig und Domgans

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Zwei Ortsgrößen zu ihrer Zeit!

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Bildquelle: unbekannt

Kalender 2006 – Januar

Die Sauerkrautfabrik

 

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Im Jahre 1897 errichteten 17 Bauern aus Neukirchen für 24.000 Mark die Sauerkrautfabrik. Die Gründung der Fabrik kommentiert der Lehrer in der Schulchronik: Neukirchen ist zur Fabrikstadt aufgerückt! Bereits im ersten Jahr wurden 6.000 Zentner Sauerkraut eingemacht. Zwei Jahre später waren es dann schon 9.000 Zentner. Später ging die Fabrik in den Besitz der Familie Pegels über und prägte bis zu ihrer Schließung für gut 90 Jahre das Dorfleben. Die Arbeitsmöglichkeiten wurden von drei Generationen Neukirchern dankbar geschätzt. Gerade in den Zeiten der „Kampagne“ waren auch für Jugendliche immer Aushilfsjobs vorhanden.

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Bildquelle:Kruppa

Kalender 2006 – Februar

Tambourcorps

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 Tambourcorps mit altem Schellenbaum

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Bildquelle: Tambourcorps

Kalender 2006 – März

Löschfahrzeug

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Das erste Löschfahrzeug für Neukirchen

Am 7.3.1965 wurde das erste Wehrfahrzeug für den Halbzug Neukirchen durch Pfarrer Otto Breuer gesegnet und durch Bürgermeister Hüsken in Dienst gestellt. Es handelte sich um Tragkraft-Spritzenfahrzeug (TSF) FORD TRANSIT 1250 mit Staffelbesetzung (1:5) und der feuerwehrtechnischen Beladung für eine Gruppe (1:8).

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Bildquelle:  Freiwillige Feuerwehr Neukirchen

Kalender 2006 – April

Postkarte „Gruß aus Neukirchen“

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Postkarte „Gruß aus Neukirchen“

Nach dem Poststempel wurde die Postkarte am 1.9.1903 versendet

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Bildquelle: unbekannt

Kalender 2006 – Mai

Tribüne beim Schützenfest

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Tribüne beim Schützenfest während der Zeit des Dritten Reiches

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Bildquelle: Kruppa

Kalender 2006 – Juni

Gasthof Zur Post in Hülchrath

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Gasthof zur Post Kauertz in Hülchrath

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Bildquelle:Sammlung zur 100Jahr-Feier der Pfarre Hülchrath

 

Kalender 2006 – Juli

Tankstelle

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Tankstelle

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Bildquelle: unbekannt

Kalender 2006 – August

Mähen mit dem Pferd

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ohne Text

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Bildquelle: Pützhoven

Kalender 2006 – September

Postkarte Ruine von Schloß Hülchrath (nach 1918?)

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Es handelt sich um eine Postkarte aus dem Verlag W.Sommer, Nachf., Grevenbroich. Die Karte wurde offenbar von einem französischen Soldaten (L.Gardy?) nach Hause geschickt. Sie trägt auf der Textseite oben links vvermutlich eine Regimentsbezeichnung (23’ RI 2’C)

Im 13. Jahrhundert bekam das Schloß Hülchrath eine immer größer werdende Bedeutung. Im Streit um den Besitz gewann der Erzbischof von Köln die Oberhand, wofür er reichlich Geld herschießen mußte. Als 1349 der Erzbischof von Köln verstarb, brach zunächst eine Judenverfolgung aus, dann wurde der Amtmann von Hülchrath, Wilhelm von Gennep, zum neuen Erzbischof gewählt. Ihm fiel die Hälfte des Vermögens der ermordeten Juden zu, und von diesem Geld und den Steinen aus der Synagoge und den Grabsteinen vom Friedhof baute er den Schloßturm von Hülchrath soweit auf, wie er auf dieser Postkarte zu sehen ist. Im Jahre 1688 wurde Schloß Hülchrath von den Franzosen verwüstet, allein der Schloßturm wurde wieder hergerichtet. Die Neukircher Bauunternehmung Gebrüder Kluth baute dann 1912 das Schloß gänzlich um und gab ihm das Aussehen, das wir heute noch kennen.

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Bildquelle: Fotoarchiv Kruppa

Kalender 2006 – Oktober

Klassenfoto mit Lehrerin Loy

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In der Notzeit des zweiten Weltkrieges wurden dennoch Klassenfotos der Neukircher Schulklassen gemacht. Vor dem Schuleingang, an der „Schulpumpe“ stellten sich die Kinder mit ihrer Lehrerin, Fräulein Henriette Loy, dem Fotografen. Dieses Foto entstand 1942 oder 44.

Hinten stehend, von links nach rechts: Veronika Longerich (verh. Esser), Liesel Tegethoff, Betti Schiffer und Anna Blank.

Zweite Reihe, von links nach rechts: Frl. Loy, Hilde Bock, Sophie Holzenleuchter, Josepha Cornelissen (verh. Schikarski), Maria Schillings und links der Pumpe Maria Düllberg, Adele Koenen und Käthe Jansch. Dritte Reihe: Heinz Stammen, Peter Schiffer, Maria Pallemann, Hans Martin Pesch, Else Jansch, Marianne Verführt, neben der Pumpe Peter Roesberg, Paula Dünnbier und Mechtild Wolf. Vorne sitzend: Karl Joseph Plath, Jakob Hansen, Peter Boss, Heinrich Aulenbacher, Franz Josef Dahmen, Marianne Ritterbach, Hanni Düllberg, Loni Kromeich (verh. Lange), Josef Wirtz, Ludwig Kreuels, Aloys Witz, Hubert Schiefer und Hans Hinzen.

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Bildquelle: Frau Lange

Kalender 2006 – November

Eine Beerdigung

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ohne Text

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Bildquelle: Pützhoven

Kalender 2006 – Dezember

Schlussapplaus beim Theaterstück „Die Himmelskiste“ oder „Kaspar aus der Kiste“

 

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Theater wurde im Saal der Gaststätte Stammen gespielt. Die Schulaufführung fand vermutlich im Jahr 1948 statt. Die Hauptrolle spielte Johannes Kreuels als Kaspar. Sicher erkennen sich einige Engelchen wieder.

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Bildquelle: Ehel. Hinzen

Und nun die Kalenderblätter aus dem Jahr 2007

Kalender 2007 – Deckblatt

Kaufauto von Raimond Dohms

 

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Raimund Dohms, der Lebensmittelkaufmann in Wehl war und parallel neben seinem dortigen Lebensmittelgeschäft fast zwei Jahrzehnte lang seine Waren auch in den umliegenden Ortschaften verkaufte. Man erkannte ihn an der markanten Stimme, Kaufmannsschelle und dem Dreirad vom Typ Goliath mit Ladenaufbau. Sein Fahrzeugs (aufgenommen ca. 1956) steht vor dem Bürgerhaus mit dem markanten Barockgiebel aus dem Jahr 1657 in Hülchrath. An heißen Sommertagen klingelte er sich ganz besonders in die Herzen der Kinder, denn er zog eine weiße Jacke an und war mit seinem Rad in Sachen Speiseeis unterwegs. Aber auch vielen älteren Menschen, die ihn oft sehnsüchtig erwarteten, wird der freundliche Kaufmann, der im März des Jahres 1977 verstarb, noch lange in angenehmer Erinnerung bleiben.

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Bildquelle: Fotoarchiv Kruppa

Kalender 2007 – Januar

Postkarte

 

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Der Vertrieb der Ansichtskarten oblag dem damaligen Postagenten Jakob Mülhöfer, der nebenbei auch das Amt des Küsters ausübte.

Diese Ansichtskarte wurde am 11.8.1938 gestempelt. Der Absender bemerkt zunächst wenig charmant, dass er „in diesem blöden Kaff“ Schwierigkeiten hatte, eine Ansichtskarte zu bekommen, aber „sonst ist es prima hier“. Unverkennbar die alte Pfarrkirche, während das kleine Bild oben die Viehstraße zeigt, die heute durch die beidseitige Bebauung einen ganz anderen Charakter bekommen hat. Unten sieht man die Küsterei am heutigen Jakobusplatz so wie sie noch heute steht, in der Jakob Mülhöfer als Küster und Postagent residierte, dem auch der Vertrieb der Postkarten oblag. Dahinter steht eingeschossig die alte Schule, während die beiden kleinen Giebel das Haus von „Eier-Jakob“ sind, welches erst vor wenigen Jahren abgerissen wurde.

 

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Bildquelle: Fotoarchiv Kruppa

Kalender 2007 – Februar

Beim Dreschen in der Scheune

 

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Einer der letzten „Dreschkästen“ im Ort (ein Fabrikat der Fa. Lanz mit nachstehender, gußeisener Welger–Presse) befand sich bis Ende der 50er Jahre auf dem Gehöft der Eheleute Katharina und Peter Kluth in der Dorfstr. 127. Aus welchen Beweggründen der Fotograph den Auslöser während der Drescharbeiten betätigte, ist dem jungen Mann mit der Sackkarre, dem Landwirt Franz–Josef Kluth, nicht mehr bewusst. Die Sackkarre soll seit ungefähr 30 Jahren bei einem ortsansässigen Schreiner zur Reparatur stehen. Der zweite Mann auf dem Bild ist nach den uns gegebenen Informationen Gottfried Kindgen. Die Zuordnung zum Monat Februar wurde nicht ohne Sinn vorgenommen, denn damals wurde auch im Winter in der Scheune gedroschen.

 

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Bildquelle: M. Schmitz

Kalender 2007 – März

Abbruch der alten Gaststätte Wirtz

 

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Bei dem Gebäude handelt es sich um die alte Gastwirtschaft von Christian Wirtz auf der Rosellerstrasse. Das von Christian Wirtz erworbene Gebäude der Dampf-Bierbrauerei Flock wurde 1938 abgetragen und durch das heute noch stehende neue Wirtschaftsgebäude ersetzt. In dem rechts angrenzenden Teil des Gebäudes war 1904 die erste Postagentur für Neukirchen eingerichtet worden. Der Gastwirt Flock hatte auch den ersten Fernsprechapparat, wie das Telefon damals genannt wurde, im Dorf.

Beim Abbruch dabei sind u.a. vorne links mit Kappe Martin Wirtz, links daneben Anna Wirtz, geb. Odendahl.

 

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Bildquelle: Elke Wirtz, Neukirchen

Kalender 2007 – April

Errichtung der neuen Kirchmauer

 

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Das Foto erschien am 5.5.1969, d.h. vor fast 40 Jahren in der Neuß-Grevenbroicher Lokalzeitung mit folgendem Text:

Nach einem schweren Start kommen die Arbeiten am Ausbau der Neukirchener Ortsdurchfahrt gut voran. Angefangen bei der – wiederholt geänderten – Planung, ergaben sich in den ersten Wochen zahlreiche Schwierigkeiten. Inzwischen dehnt sich der Straßenbau auf ein Teilstück des früheren Friedhofes an der Kirche aus. Die alte Einfassungsmauer aus Feldbrandsteinen wurde beseitigt. Jetzt ist man dabei (unser Bild) die neue Mauer zu setzen, für die handgeformte Ziegelsteine Verwendung finden. Es steht fest: Die Neukirchener Schützen müssen zum Heimatfest „ausweichen“, vielleicht auf dem bereits halbwegs fertiggestellten Straßenstück zur Parade antreten.

Auf dem in Blickrichtung Roseller Str. aufgenommenen Foto erkennen wir in der Mitte mit Zigarette den Bauunternehmer Johannes Schieffer aus Helpenstein und links Kurt Mosebach () bei der Arbeit.

Der dargestellte „Neukirchener Mauerbau“ aufgrund des Ausbaus der Ortsdurchfahrt (K33) ist nur die letzte zahlreicher Umgestaltungen des alten Neukirchener Friedhofes. 1767 wurde z.B. der südlich gelegene Teil neu aufgeteilt, wenige Jahre später der nördliche Teil neu gegliedert. 1859 erfolgte im Zusammenhang mit dem Bau des neuen Kirchturms die Errichtung einer Mauer anstelle einer Hecke.

 

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Bildquelle: Hilde Mosebach

Kalender 2007 – Mai

Beim Schützenfest 1951

 

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Das Bild zeigt von links nach rechts: Hermann Hintzen, Wienand Hecker, „Schmiedesch Schang“ Johann Neukirchen, N. Huppertz von der Heide und ganz rechts Bürgermeister Heinrich Kamps. In zweiter Reihe zwischen Schiedesch Schang und Huppertz erkennt man Pastor Paul Scholl.

 

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Bildquelle: J. Hintzen

Kalender 2007 – Juni

Jakobus-Platz

 

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Die Luftaufnahme aus der zweiten Hälfte der 50er Jahre zeigt den heutigen Jakobusplatz. Rechts um die Kirche befindet sich noch der alte Friedhof. Links sieht man neben der Gastwirtschaft „Zur Linde“ von Hecker, heute Stenbrock, das alte Peiffer’sche Anwesen und dahinter die alte Volksschule. Unter den Bäumen das Schulgebäude von 1829 mit dem Lehrerhaus, dahinter den langen Verbindungsgang mit dem Neubau von 1954. Leider wurde dem Wunsch der Lehrerschaft, den Neubau der evangelischen Schule (heute Lebenshilfe) auf dem links oben sichtbarem Freigelände zu errichten, seitens der Gemeindeverwaltung nicht entsprochen.

 

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Bildquelle: Fotoarchiv Kruppa

Kalender 2007 – Juli

Sommer im Dorf

 

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Zu Beginn der 60er Jahre war es im Dorf noch ruhig. Die Kinder konnten auf der Straße spielen, ganz selten kam ein Fahrzeug. Meist war es landwirtschaftlicher Verkehr, wie hier etwa die Milchabfuhr. Parkplatzprobleme gab es nicht, die wenigen Motorroller ließen sich bequem auf den Seitenflächen neben der Straße abstellen, wo damals noch keine Bürgersteige waren, weil man über die Straße ging. Die Häuser im Dorf wurden durchgezählt bis zur Nummer 173. Im damaligen Einwohner-Adressbuch für Neukirchen finden wir z.B. unter der Hausnummer 160 den „Galoschenmacher Johann Derichs“ und in der Nr. 112 „Bettwaren und Teppiche bei Christian Jaeger“. Auf dem damals noch Dorfstraße heißenden Straßenabschnitt sehen wir im Vordergrund Peter und Magitta Gittel. Von den Gebäuden stehen heute mehrere nicht mehr, u.a. der Vietenhof rechts an der heutigen Ecke Brunnenstr./Ackerstr., der im März 1998 niedergelegt wurde.

 

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Bildquelle: Fotoarchiv Kruppa

Kalender 2007 – August

Gasthaus „Zum Jägerhof“ von Peter Hinzen

 

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Der alte Jägerhof ist ein markantes Gebäude in Hülchrath. Er beherbergte ein beliebtes Wirtshaus an der „Kasterstraße“, der alten Landstraße nach Neuss. Hier kehrten die Fuhrleute gerne ein, aber auch Jäger haben hier auf ihre erfolgreiche „Strecke“ angestoßen. Gleichwohl hat der Name des Jägerhofes nichts mit den Jägern zu tun. Er stammt von der alteingesessenen Schöffenfamilie Jäger, die sich hier um 1806 auf freiem Feld niederließ. Aber schon bald kam der Hof durch Heirat an die Familie Nix, bei der er dann gut 100 Jahre blieb.

 

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Bildquelle: Fotoarchiv Kruppa

Kalender 2007 – September

Als die Lehrerin noch geachtet und gefürchtet war.

 

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In der Notzeit des zweiten Weltkrieges wurden dennoch Klassenfotos der Neukircher Schulklassen gemacht. Vor dem Schuleingang, an der „Schulpumpe“ stellten sich die Kinder mit ihrer Lehrerin, Fräulein Henriette Loy, dem Fotografen. Dieses Foto entstand 1942 oder 44.

Hinten stehend, von links nach rechts: Veronika Longerich (verh. Esser), Liesel Tegethoff, Betti Schiffer und Anna Blank.

Zweite Reihe, von links nach rechts: Lehrerin Frl. Loy, Hilde Bock, Sophie Holzenleuchter, Josepha Cornelissen (verh. Schikarski), Maria Schillings und links der Pumpe Maria Düllberg, Adele Koenen und Käthe Jansch. Dritte Reihe: Heinz Stammen, Peter Schiffer, Maria Pallemann, Hans Martin Pesch, Else Jansch, Marianne Verführt, neben der Pumpe Peter Roesberg, Paula Dünnbier und Mechtild Wolf. Vorne sitzend: Karl Joseph Plath, Jakob Hansen, Peter Boss, Heinrich Aulenbacher, Franz Josef Dahmen, Marianne Ritterbach, Hanni Düllberg, Loni Kromeich (verh. Lange), Josef Wirtz, Ludwig Kreuels, Aloys Wirtz, Hubert Schiefer und Hans Hinzen.

 

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Bildquelle: Frau Lange

Kalender 2007 – Oktober

Männer-Gesangverein aus Hülchrath

 

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Das von 1935 stammende Foto zeigt die damaligen Mitglieder des „M.G.V. von 1873 Hülchrath“.

Bei der Gründung hieß es in §1 der damaligen Statuten: „Der Verein bezweckt die Pflege des Gesanges im Allgemeinen und des Kirchengesanges im Besonderen“. In der Vorbereitungsphase zum 100jährigen Bestehen wurde das Fehlen eines Dirigenten und die gering gewordene Mitgliederzahl deutlich. Daher fasste man auf der Jahreshauptversammlung des Jahres 1972 den Entschluß, eine Chorgemeinschaft mit dem Hülchrather Kirchenchor anzustreben, der ein reiner Frauenchor war und von Pater H. Venselaer dirigiert wurde. Das 100jährige Bestehen wurde leicht verspätet im Frühjahr 1974 als gemischter Chor mit Konzert und Gottesdienstgestaltung gefeiert. Im gleichen Jahr einigte man sich auf den Namen „Hülchrather Gesangverein von 1873“.

 

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Bildquelle: Kreisarchiv Neuss

Kalender 2007 – November

Haus Horr ganz in Schwarz

 

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Etwas ungewöhnlich ist der Anblick des Haus Horr auf diesem Bild. Das ganze Anwesen wurde um das Jahr 1941 vollständig schwarz angestrichen, damit es den feindlichen Fliegern, die meistens in der Dämmerung und in der Nacht kamen, nicht so leicht ins Auge fiel. Die Umgebung des zwischen Neukirchen und Ramrath liegenden „Hellenberg“ war von Bombenangriffen besonders betroffen, weil auf dem Hellenberg bei Norbisrath eine Scheinwerferstation war, mit der die feindlichen Flugzeuge angeleuchtet wurden. So hoffte man, dass die am Pannschopp stationierte Flugabwehrstellung (Flak) erfolgreich sein würde. Es ist uns allerdings kein erfolgreicher Abschuss von dort bekannt, aber auch kein Treffer am Haus Horr.

 

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Bildquelle: J. Linzbach

Kalender 2007 – Dezember

Beim Studium der Schriften

 

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Die Adventszeit wird stark von Hektik geprägt, damit beim „Fest“ alles schön verläuft. Heute schafft es kaum noch jemand, sich die Zeit der Vorbereitung auch noch als solche zu gestalten. So wie hier Bruder Wilhelm, mit Familiennamen Offer aus Neukirchen, in seiner bescheidenen Mönchsklause in Knechtsteden über alten Fotos und Büchern sitzt, so wünschen wir uns doch gerade im Advent mehr Zeit für die beschaulichen Dinge des Lebens. Möge sich in diesem Jahr die Zeit dazu finden!

 

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Bildquelle: anonym

Und nun die Kalenderblätter aus dem Jahr 2008

Kalender 2008 – Deckblatt

Kaufauto von Raimond Dohms

 

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Das letzte Arbeitspferd im Dorf!

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Bildquelle: Kruppa-Strelow

Kalender 2008 – Januar

Ramrather Straße

 

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Dieses Foto, das wohl kurz vor einem Weißen Sonntag entstand (2. Haus von links), zeigt uns das stolze Ergebnis der Bemühungen der Ortsgruppe des Deutschen Siedler- und Bodenbewerberbundes in Neukirchen: Zur Linderung der Wohnungsnot, die nach der Vertreibung der Deutschen aus dem Osten entstand, wurde nach langem Ringen Bauland an der Ramrather Straße bereit gestellt. Die Häuser der Mitglieder des Siedlerbundes wurden in gemeinschaftlicher Nachbarschaftshilfe errichtet (linke Seite). Aber auch die Gemeinde selbst wurde an der Gubisrather Straße bauend tätig, und die Kirche stellte ebenfalls an der Ramrather Straße Parzellen zur Verfügung (rechte Seite). Statt Garagen wurden die Häuser damals mit einem Schweine- und Hühnerstall versehen, welche dringender benötigt wurden, denn öffentliche Mittel gab es nur, wenn das Grundstück mindestens einen Morgen groß war und die Grundversorgung gewährleistet war. Zur Arbeit wurde noch mit Fahrrad und Bus, gelegentlich auch mit dem Krad gefahren

 

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Bildquelle: Fotoarchiv Kruppa / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2008 – Februar

Karneval vor der Traube 1947

 

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v.l.n.r.: Gertrud Maaßen Arm in Arm mit 2. Paul Steins, 3. Peter Rösgen, 4. Johann Hösen mit Trommel, 5. Käthe Aretz mit Schiffchen auf dem Kopf, 6. Gredchen Kindgen Arm in Arm mit 7. Christel Klein, 8. Hermann Aretz mit der dicken Bum, daneben 9. Herbert Hoffmann, 10. Willi Kauertz mit der Kwetsch, 11. nicht bekannt, 12. Josef Schlangen mit weisser Mütze, 13. Theo Jung mit Melone, 14. Peter Spicks mit Zylinder, 15. nicht bekannt, 16. nicht bekannt, 17. Gottfried Ritter auf der Tankstelle, 18. nicht bekannt, 19. Else Aretz Arm in Arm mit 20. Maria Steins, 21. Peter Wolf mit Mütze, 22.Johann Zimmermann mit Kind, 23.Wilma Zimmermann, daneben 24. Margot Herzogenrath und daneben 25. Käthchen Hilgers, 26. Heinrich Hilgers mit Karnevalshütchen, 27. nicht bekannt, 28. Peter Matheisen aus Münchrath auf dem Pferd, 29. nicht bekannt, 30. nicht bekannt, 31. Jakob Steins mit Stern auf der Mütze, 32. Marianne Kauertz mit Kopftuch, 33. Martin Speck liegend, 34. mit Stock Johann Hardy genannt Düvels Hannes.

 

 

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Bildquelle: Dorfgemeinschaft Hülchrath / Text H.J. Sandkaul

Kalender 2008 – März

Luftbild von 1967

 

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Über 40 Jahre liegen zwischen dem Moment, an dem der Fotograf auf den Auslöser drückte, und diesem Augenblick. Unwillkürlich beginnt der Vergleich: Was ist heute noch so wie damals? Was ist verschwunden? Was ist dazugekommen? Am auffälligsten ist aber die Ruhe auf den Straßen. Kaum ein Kraftfahrzeug ist zu entdecken. Die Besorgungen im Dorf wurden noch alle zu Fuß erledigt, und den Begriff „Zweitwagen“ kannte man noch nicht. Auf eine Besonderheit dieser Jahre sei noch hingewiesen: Oben rechts sind auf einem Stück weiße Linien und Flecken zu erkennen. Es sind Kappesabfälle der Fa. Pegels, die damals von den Bauern begehrt waren und als Zufutter auf die Kuhweiden verbracht wurden. Beides, Kappesfabrik wie Kuhweide, gehört heute schon längst zur Geschichte.

 

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Bildquelle: Kreisarchiv / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2008 – April

Klassenfoto 1920

 

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Die Schule in Neukirchen umfasste wie überall 8 Schulbesuchsjahre. Diese waren seit 1912 in drei Klassen eingeteilt, die man Ober-, Mittel- und Unterklasse nannte. An der Unterklasse mit gut 60 Schülern unterrichtete von November 1911 bis November 1920 Fräulein Gertrud Silling aus Sendenhorst in Westfalen. Sie verließ das Lehramt nicht, wie damals für Lehrerinnen vorgeschrieben, infolge Verheiratung, sondern um als Missionarin in einen Orden einzutreten.

 

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Bildquelle: Pützhoven / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2008 – Mai

Schützen auf der Oberstraße

 

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Seit vielen Jahren gehört das zweite Maiwochenende den Neukircher Schützen. Das war aber nicht immer so. Zuerst wurde am Sonntag nach Pfingsten gefeiert. Als Neukirchen noch keinen eigenen Schützenverein hatte, hat man zusammen mit den Hülchrathern gefeiert, und das dortige Schützenfest, dessen Festgottesdienst in Neukirchen war, fand auf Pfingstmontag statt. Auf dem Bild, das den Umzug durch das Dorf um 1925 auf der damaligen Oberstraße zeigt (heute Brunnenstraße), sehen wir den Marinezug Neukirchen, der sich 1924 aus einem Jägerzug gebildet hatte. Leider wissen wir nicht mehr, ob der Heimathafen der Landmatrosen an der Gilbachbrücke in Speck oder bei Witwe Zimmermann (heute „Haus Stammen“, drittes Haus von links) war.

 

 

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Bildquelle: R. Surlemont (?) / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2008 – Juni

Ungewöhnliches Gespann vor dem Pastorat

 

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Ein etwas ungewöhnliches Gespann führt uns Maria Kluth vor dem Pfarrhause vor. Das „Ovomobil“ ist eine phantasiereiche Kreation Marke „Eigenbau“: Eine stabile Kartoffelkiste hat als Fahrwerk eine ausrangierte Kinderwagenachse, und mit zwei einfachen Leisten und einem vom Dorfschuster gefertigten Ledergeschirr für das Zugtier, ein Schaf, lässt sich das Gefährt kinderleicht durch das Dorf führen, wie man hier sieht

 

 

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Bildquelle: M. Schmitz / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2008 – Juli

Viehtrieb

 

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Während in den feuchten Auen an der Erft die Viehzucht eine größere Bedeutung hatte, war Neukirchen stark vom Ackerbau geprägt. Man hatte nur wenige Kühe. Jeder Haushalt durfte seit urdenklichen Zeiten eine Kuh auf die Neukircher Heide treiben, wo der Gemeindehirt die gemeinschaftliche Beweidung beaufsichtigte. Damit die Tiere, die auch gemeinschaftlich morgens zur Weide und abends zurück ins Dorf getrieben wurden, nicht auf Abwege gerieten, war der Weg vom Dorf zur Heide beidseitig mit Hecken eingefasst. Bereits 1754 wird die „Vehestraß“ kartiert, während das Gegenstück aus Ramrath „Veheheck“ hieß. Auf dem Bild bringt in alter Tradition, aber auf umgekehrtem Wege, Franz-Josef Schotten sein Vieh auf die im Lohfeld gelegene Weide.

 

 

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Bildquelle: Fotoarchiv Kruppa / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2008 – August

Schmiede von Christian Spicks

 

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Außer der bereits im Kalender für 2004 gezeigten Dorfschmiede von Bartholomäus Neukirchen gegenüber dem Pastorat gab es in Neukirchen etwa zeitgleich (beide sind verzeichnet im „Adressbuch für Handel und Industrie der Rheinprovinz“ Bd1 von 1896) noch eine weitere Schmiede. Die Schmiede von Christian Spicks (erster von rechts) befand sich auf der Dorfstr. 9, heute Jakobusplatz 20, in Nachbarschaft zum alten Mühlenbetrieb Offer. Im Jahre 1884 hatte dieser eine Hofstätte von Christian Hansen gekauft, um dort mit seinem Sohn Hubert Josef (zweiter von rechts) das Schmiedehandwerk zu betreiben. Weiter im Bild ist ein Geselle sowie ein Knecht aus Norbisrath mit seinem Arbeitspferd.

 

 

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Bildquelle: Wilfried Hansen / Text H.J. Kruppa

Kalender 2008 – September

Glockenweihe 1971

 

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Der Zeitraum von „Bartholomäus“ am 24. August bis Ende Oktober war traditionell der Zeitraum der Kirchweihfeste. Den Hauptreigen der Feiern eröffneten die Neusser mit dem „Bartholomäusmarkt“, aus dem das heutige Schützenfest hervorgegangen ist. Bereits eine Woche später war „Kirmes“ in Neukirchen, welche auch in den Dörfern der alten Pfarrei gefeiert wurde und die Wurzel der Kirmesgesellschaften in Münchrath und Speck-Wehl ist. Heute wird das Fest in Neukirchen bescheidener als Pfarrfest begangen, dem das Hülchrather Pfarrfest ebenfalls im September folgt. Feierlich läuteten seit 1429 in Neukirchen zwei schöne Bronzeglocken die Kirmes ein. Im ersten Weltkrieg wurden zwei der bis dahin auf drei Glocken gewachsenen Bronzefamilie vom Kaiser beschlagnahmt und eingeschmolzen. 1924 konnten dann zwei Stahlglocken als Ersatz beschafft werden. Leider harmonierte der Stahlglockenklang nicht mit der übrig gebliebenen Marienglocke von 1429, so dass man 1971 zwei Bronzeglocken gießen ließ, um das Geläut wieder harmonisch zu bekommen. Hier sieht man diese beiden jüngsten Glocken in der Kirche bereit für den feierlichen Weihegottesdienst.

 

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Bildquelle: J. Hintzen / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2008 – Oktober

Erster Großraumlaster der Firma Pegels

 

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Die Sauerkonservenfabrik Karl Pegels KG verfügte vom Beginn ihrer Produktion in Neukirchen an über eigene Fahrzeuge. Durch eine in den siebziger Jahren schnell erfolgende Expansion des Unternehmens, mit wenig später folgenden Zweigwerken in Nord – u. Süddeutschland, wuchsen die Bedürfnisse, nicht nur die Kunden schneller zu versorgen, sondern auch die Notwendigkeit, den Bedarf der „glasfressenden“ Produktionslinien zu stillen. Einer der ersten Großraum–Sattelzüge (hier im Bild ein M.B. Typ LPS 1620), die nun überall im Land die unwirtschaftlich erscheinenden „Hänger–Züge“ ablösten, hielt somit auch Einzug in den Fuhrpark des Werks Neukirchen. Inzwischen ein passabler Oldtimer.

 

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Bildquelle: Bildarchiv Kruppa (auch Text)

Kalender 2008 – November

Kapellenplatz Hülchrath ca.um 1900

 

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Gegen Ende des 19. Jahrhunderts kamen lithographierte Postkarten groß in Mode, ehe sie noch vor dem ersten Weltkrieg immer stärker von Fotopostkarten verdrängt wurden. Diese Ansicht des Hülchrather Marktplatzes aus der Zeit um 1900 zeigt uns einige längst verschwundene Dinge. Die Kapelle, 1904 zur Pfarrkirche erhoben und wenig später außer Funktion gesetzt, hat noch ihren kleinen Glockenturm. Auf dem Markt befindet sich noch die alte Pumpe, mit der das Grundwasser von der Nachbarschaft zu Trinkwasser gepumpt wurde. Rechts vorne das Anwesen, das für den Bau der heutigen Kirche erworben und niedergelegt wurde, dahinter, kaum erkennbar, die alte Küsterei. Gegenüber erhebt sich stattlich als höchstes Gebäude die alte Schule, die damals noch zweistöckig war. Die entlaubten Bäume auf dem Platz, die schon lange durch andere Gehölze ersetzt wurden, deuten an, dass das Bild im späten Herbst entstand.

 

 

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Bildquelle: Dorfgemeinschaft Hülchrath / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2008 – Dezember

Perde- und Schweinestall von Haus Horr

 

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Die meisten Besucher, die den weiten Weg bis Haus Horr finden, haben nur ein Auge für das schöne barocke Herrenhaus und die Kapelle, die als wahres Kleinod gelten darf. Auf diesem Bild sieht man aber den eigentlich wichtigsten Teil des Anwesens: die Ökonomiegebäude. Haus Horr war und ist zuerst ein landwirtschaftlicher Produktionsbetrieb. Neben der dominierenden Ackerwirtschaft war hier auch die Viehzucht heimisch, die neben Kühen und Schweinen, deren Stallungen auf dem Foto zu sehen sind, auch Schafe umfasste. Die Schafshaltung war ein Privileg der großen Gutshöfe: nur dort gab es auch eine Möglichkeit der Eigenbeweidung, ansonsten durften Schafe nur einmal nach dem St. Andreastag über die Neukircher Heide getrieben werden. Mit dem Blick auf den Stall nähert sich das Jahr aber auch dem Fest, bei dem ein Stall im Mittelpunkt steht: Der heilige Abend mit dem Stall von Bethlehem.

 

 

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Bildquelle: anonym / Text Dr. Chr. Wiltsch

Und nun die Kalenderblätter aus dem Jahr 2009

Kalender 2009 – Deckblatt

Gastwirtschaft Wirtz

 

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Zu erraten war der Name der Frau, die aus dem Fenster im Obergeschoß schaut.

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Bildquelle: E. Wirtz

Kalender 2009 – Januar

Arbeiter beim Bau des Bahndammes

 

 

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Schon im 19. Jahrhundert entstand bei den Bauern „auf der Gilbach“ der Wunsch, eine Eisenbahnverbindung zum Marktplatz Neuss zu haben. Die Kreise Neuss und Grevenbroich bildeten sogar eine Gillbach-Bahn-Gesellschaft. Aber es mangelte an Vielem, vor allem am Geld. Als 1912 die Arbeiten zu der Bahnlinie Neuss-Rommerskirchen starteten, hatte man sich entschlossen, die Bahn bei Holzheim an die vorhandenen Gleise anzuschließen, und nicht bei Norf, wie ursprünglich geplant. Dadurch wurden die beiden Dörfer Neukirchen und Hülchrath durch den Damm voneinander getrennt. Wegen des 1. Weltkrieges wurden die Arbeiten eingestellt. Der Vertrag von Versailles erlaubte den Ausbau der Bahnstrecke nur als eingleisige Linie. Diese Arbeiten wurde dann 1924 fortgeführt, aus dem das vorliegende Foto stammt. Mit den Arbeiten wurden Arbeitslose beschäftigt, die einheimische Bevölkerung profitierte nur dadurch vom Bau, indem sie Quartiere für die Arbeiter zur Verfügung stellen durfte. Aber im November 1924 musste das Projekt wegen der Inflation endgültig eingestellt werden. Einzelne Arbeiter sind nicht zurück in ihre Heimat gezogen, sondern es hat ihnen in der Gemeinde so gut gefallen, dass sie sogar bei ihren Hauswirten eingeheiratet haben. Erkennt jemand einen Vorfahren?

 

 

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Bildquelle: Dorfgemeinschaft Hülchrath / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2009 – Februar

Eppinghover Mühle

 

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Die Grenze der alten Gemeinde Neukirchen wurde durch die Erft gebildet. In früherer Zeit führte der Weg nach Neuss durch die „Hemsfurt“ bei Erprath. Als um 1845 eine feste Landstraße von Neuss nach Bergheim gebaut wurde, für die man Wegegeld zu zahlen hatte, entschied man sich, die Straße über Eppinghoven zu bauen. Das hatte zwei Gründe: Der Müller von Eppinghoven, Kamper, dessen großzügige Mühle wir auf dem Bild sehen, wollte über diese Straße besser seine Waren nach Neuss absetzen können. Außerdem finanzierte er einen Teil des Abschnittes zwischen der Erft und Speck und ließ die Brücke über die Erft an seiner Mühle auf eigene Rechnung errichten, wodurch seine Mühle auch für die Bauern aus dem Raum Neukirchen bequem erreichbar wurde. Ausserdem war man der Meinung, dass das Erfthochwasser bei Erprath gefährlicher sei, als bei Eppinghoven. Eine trügerische Meinung, denn gut 30 Jahre nach Errichtung der Brücke wurde sie zusammen mit allen anderen Brücken zwischen Grevenbroich und Grimlinghausen durch ein Hochwasser fortgerissen.

 

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Bildquelle: Fotoarchiv Kruppa / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2009 – März

Haus Kluth 26. Mai 1943

 

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Das Bild zeigt keinen Abbruch, sondern das Haus Kluth am Jakobusplatz am Tag nach einem Bombenvolltreffer am 26. Mai 1943.

Immer wieder brachten Kriege fürchterliches Leid in unsere Heimat. Die erste Erwähnung des Rheinlandes in Caesars gallischem Krieg berichtet von einem Völkermord, den Caesar an den einheimischen Eburonen verüben ließ. Aus dem Jahre 1610 wissen wir, dass Soldaten in Neukirchen „Plündern“ übten, um dabei nicht nur wirklich zu plündern, sondern auch zu töten und andere Gewalt zu verüben. Die Schützenbrüder unserer Bruderschaft „St. Sebastianus Hülchrath-Neukirchen“ haben erfolgreich versucht, die Soldaten zu vertreiben, wobei es auf beiden Seiten Tote gab.

Eine ganz neue Erfahrung war dann der Luftkrieg, den der zweite Weltkrieg mit sich brachte. Schon bald ging man dazu über, die Keller „luftsicher“ auszubauen, selbständige Bunker für den Zivilschutz zu errichten oder gar Stollen. Am Ende des Krieges waren 19 Häuser und unzählige Nebengebäude und Scheunen zerstört, die Kirche schwer beschädigt. Neben gefallenen Soldaten gab es auch zwei zivile Opfer bei dem Angriff vom 26.5.43, der das Dorfzentrum schwer getroffen hat.

 

 

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Bildquelle: M. Schmitz / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2009 – April

Die verantwortlichen Damen für die Gestaltung des Fronleichnamaltarsw vor der alten Schule (1949 oder 1950)

 

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Das Fronleichnamsfest der Katholiken erscheint vielen heute als ein recht merkwürdiges Fest. Der altgermanische Name tut sein übriges und wird manchmal als „Happy Kadaver“ verunglimpft. Dabei ist Fron das Wort, von dem sich Frau als weibliche Form ableitet und bedeutet soviel wie Herrscher. Leichnam hat ursprünglich die gleiche Bedeutung wie Leib. Dieses Fest, bei uns ursprünglich unter dem Namen Gottestracht bekannt, ist in Köln „erfunden“ worden und seit dem 13. Jahrhundert bekannt. Um Schutz für die Häuser des Dorfes und die Feldfluren zu erbitten, wurde das Abendmahlsbrot, der „Leib des Herrn“, feierlich durch das Dorf und die Felder getragen, man ging dabei früher sogar in alle zur Pfarrei gehörenden Dörfer und auch nach Hülchrath. Auf diesem langen Weg benötigte man „Pausen“. Diese wurden an eigens errichteten Altären gehalten, wo dann das Schaugefäß, die sogenannte Monstranz, ihren Ehrenplatz bekam und die Gemeinde eine betende Rast auf den Knien einlegen konnte.

Das Bild zeigt:

Frau Sprenger, genannt Paulusse Gret; Josefine Adolfs, genannt Adolfs Fin; Gertrud Heibel; Anna Rütten, genannt Mülhöfich Anna; Marianne Ferfers; Margarete Bordelius, genannt Bahndammer Gret; Gertrud Zillekens, genannt Zillekens Troth; Katharina Offer, genannt Öffisch Käth

 

 

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Bildquelle: Antonia Hinzen / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2009 – Mai

Schützenfestzug am Jakobusplatz etwa 1925

 

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Einige Ereignisse bildeten jedes Jahr den Höhepunkt im gesellschaftlichen Leben in Neukirchen. Neben der Kirmes Anfang September war das schon immer das Schützenfest, das seit 1860 nach der Gründung eines eigenen Schützenvereins dann ausschließlich im Ort gefeiert werden konnte. Die Festparade war dabei stets in der Nähe der Kirche, weil sich auch der Bürgerschützenverein den christlichen Werten „Glaube-Sitte-Heimat“ verpflichtet sah. Wer nicht mit im Festzug marschierte, der versäumte es nicht, als Zuschauer an der Parade teilzunehmen. So war dann das gesamte Dorf zum Fest in froher Erwartung versammelt.

Bei dieser historischen Aufnahme ist zu erkennen, dass die „Offiziere“ hoch zu Ross am Zug teilnahmen, wobei in alter militärischer Tradition die Kommandos auch mittels Blasmusik signalisiert wurden, wie man am mitgeführten Instrument des rechten Reiters erkennen kann.

 

 

 

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Bildquelle: R. Surlemont  / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2009 – Juni

Zur Traube in Hülchrath

 

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Hülchrath hatte „schon immer“ zwei bedeutende Gasthöfe, die aus einer alten Brauerei und der Poststation sich entwickelt haben. Die Namen der Gasthöfe waren manchmal alt tradiert, jedoch im 19. Jahrhundert wurden die Hülchrather Gasthöfe nach den Wirten bezeichnet: man ging „nach Rixen“ oder „nach Stübben“. Wenn man in der Festgesellschaft auf diesem Bild fragen würde, in welchem Gasthof man sich befindet, so würde die Antwort lauten „bei Schönen“, und nicht „Zur Traube“

 

 

 

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Bildquelle: Dorfgemeinschaft Hülchrath / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2009 – Juli

Eismann

 

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Das Bild zeigt … Raimund Dohmen in Hülchrath auf der Broichstr. vor dem Lebensmittelladen Tschannen. Er ist in Hülchrath aufgewachsen und später nach Wehl umgezogen, wo er ein Lebensmittelgeschäft führte. Auch in Neukirchen war er gut bekannt, da er mit seinem Dreirad Goliath mit Ladenaufbau seine Waren auch in den umliegenden Ortschaften verkaufte.

 

 

 

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Bildquelle: Dorfgemeinschaft Hülchrath / Text Sandkaul/Quack

Kalender 2009 – August

Dampf-Dreschmaschine auf dem Reginenhof in Gubisrath (1907)

 

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Mit dem 20. Jahrhundert nahm allmählich die Technik Einzug in das Leben auf dem Land. Den Anfang machte um 1870 die Sämaschine, gefolgt um 1900 von den ersten Dampfdreschmaschinen. Während man sich von der Sämaschine eine bessere und damit ertragreichere Saat erhoffte, diente die Dreschmaschine dazu, eine der schweißtreibendsten Tätigkeiten, nämlich das Dreschen, zu erleichtern. Schon bald kamen Mäh- und Bindemaschinen dazu, so dass fast alle Handarbeit der Ernte, die damals „Beu“ (von Beute) genannt wurde, ersetzt werden konnte. Dadurch wurden viele Landarbeiter arbeitslos und wanderten dann erwartungsvoll in die Industriestädte.

Die Verpflegung der Erntehelfer war schon immer sehr wichtig. So erkennen wir Michkannen und Brotkörbe, wie sie in der Zeit vom 1. Mai bis 24.8. (Bartholomäustag) auf das Feld gebracht wurden, aber auch große Krüge, die in den alten Erzählungen immer wieder vorkommen und reichlich mit Bier gefüllt sein mussten, wollte der Bauer keinen Ärger mit seinen Leuten bekommen.

Der Reginenhof in Gubisrath ging früh mit der Zeit und besaß bereits eine große Dampfmaschine, als andere Landwirte diese noch für Teufelswerk hielten.

 

 

 

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Bildquelle: Fam. Krebes-Effertz / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2009 – September

Erntedankfest in der Neukirchener Ortsmitte

 

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In älterer Zeit wurde kein Erntedankfest gefeiert. Lediglich Mitte Oktober kannte die kirchliche Liturgie eine Erntedankmesse, die aber nicht in besonderer Weise begangen wurde. Man feierte in der Dorfgemeinschaft „Kirmes“ oder zum Abschluss der Weizenernte mit den Beteiligten eines Hofes ein Fest auf dem Hof, das den Namen „Beu-Afwäsch“ in Neukirchen und Umgebung trug.

1933 führten die Nationalsozialisten jedoch ein pompöses, auf Umzüge, Uniformen, Musik und Fahnenschwenken abzielendes Erntedankfest am ersten Sonntag im Oktober ein. Anfangs ließ man die örtlichen Gruppen aus Kirche und Kultur voranmarschieren, aber schon sehr bald wurden diese Gruppen sogar verboten, das Vermögen beschlagnahmt und davon dann ein rein politisches Manifest als Erntedank mit ausschließlichem Führerbezug veranstaltet. Vielerorts wurde jedoch der Termin und die Feier nach dem zweiten Weltkrieg wieder aufgegriffen, weil die Kernidee eines Volksfestes nach der Ernte auf alte Traditionen zurückgriff. So wird der Gedanke des Erntedankes heute von Kirchen und Schützenvereinen weiter getragen, fernab politischer Propaganda, sondern ausschließlich getragen von der Dankbarkeit und Freude über das verflossene Wirtschaftjahr, das in der Landwirtschaft der früheren Zeit mit dem Steuertermin „Remigius“, also 1. Oktober, zu Ende ging.

 

 

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Bildquelle: unbekannt / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2009 – Oktober

Schmuck auf der Brunnenstr. für die Primiz des Neupriesters Jakob Kreuels am 6.3.1938

 

 

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Die Entscheidung, Priester zu werden, fiel nie leicht. Hatte sich dann ein junger Mann nach reiflicher Überlegung für den Dienst in der Kirche entschieden, wurde das durch besonders feierliche Zeremonien begleitet. Eine solche Zeremonie war die Primiz, das ist die erste Messe, die ein neugeweihter Priester liest. Die Primiz soll üblicherweise in der Heimatkirche des Priesters stattfinden. Sie wird vor Ort aufwändiger begangen als eine Hochzeit. Für Jakob Kreuels, den letzten Priester aus Neukirchen, wurde für dieses Fest die gesamte Dorfstraße bis zur Kirche mit Girlanden, Blumenteppich, Spruchbändern und Fahnen geschmückt.

Das Elternhaus des Jakob Kreuels befand sich dort, wo noch heute der Schusterfachbetrieb Kreuels ansässig ist, im Bild das zweite Haus von links.

 

 

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Bildquelle: Kreuels / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2009 – November

Aufbahrung von Martin Domgans (1952)

 

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In Neukirchen war es üblich, dass Verstorbene im Hof aufgebahrt wurden, und zwar hinter dem Hoftor. Von hier aus wurde der letzte Weg zum Friedhof angetreten. Dabei gab es eine festgelegte Rollenverteilung. Die Frauen der Nachbarschaft richteten die Aufbahrung her, besorgten also die Blumen und Kerzen, die den Sarg einrahmten, wie auch das (hier auf dem Bild schon nicht mehr gebräuchliche) Reutuch, ein schwarzes Tuch, das über den Sarg gelegt wurde, ähnlich den Nationalflaggen bei gefallenen Soldaten.

Die Männer der Nachbarschaft waren für das Grab und das Tragen des Sarges zuständig. Da es früher Sitte war, im Sterbehaus vorbeizuschauen und dabei tüchtig dem Branntwein zuzusprechen, wurde in Neukirchen eine Matthiasbruderschaft ins Leben gerufen, die dafür Sorge trug, dass die Beerdigung würdevoll ablief, und die es bei Strafe verbot, im Sterbehaus auf ein Schlückchen vorbeizuschauen.

 

 

 

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Bildquelle: Surlemont  / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2009 – Dezember

Brunnenstraße im Winter

 

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Leider hat sich zusätzlicher „Schnee“ auf das Bild gelegt, das uns die „Brunnenstraße“ in Neukirchen um das Jahr 1935 in friedlichem Winterschnee zeigt. Der richtige Schnee, der das Dorf mit einer feinen, weißen Schicht überdeckt, strahlt eine wohltuende Ruhe und Stille aus, die sich vom hektischen Alltagstrubel abhebt und zur Weihnachtszeit passt.

 

 

 

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Bildquelle: Pützhoven / Text Dr. Chr. Wiltsch

Es geht weiter mit den Kalenderblättern aus dem Jahr 2010

Kalender 2010 – Deckblatt

Norbert Kamps Motorrad-Oldtimersammlung 1999

 

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Zu erraten war der Name des Mannes der zwischen den Motorrädern musiziert.

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Bildquelle: Fotoarchiv Kruppa

Kalender 2010 – Januar

 Schmiede Spicks und Landhandel Offer an der Hülchrather Straße

 

 

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Auf dem Luftbild, das kurz nach dem zweiten Weltkrieg entstand, sehen wir links die Schmiede von Spicks. Zu den notwendigen Berufen auf den Dörfern gehörte seit Alters der Dorfschmied. Im 19. Jahrhundert wuchs nicht nur das Dorf, sondern der Bedarf an Eisenwaren stieg ständig, so dass sich hier, an der Ecke vom Jakobusplatz zur Hülchrather Straße, eine zweite Dorfschmiede ansiedeln konnte. Der markante Schornstein, der den Arbeitsplatz des Schmiedes anzeigt, ist auf vielen alten Bildern des Dorfplatzes zu sehen. Unmittelbar daneben befindet sich das Anwesen der Familie Offer. Dort, wo üblicherweise die Scheune steht, erkennen wir bereits ein Gebäude, das dem Typus eines gewerblichen Bauwerkes entspricht, wie er sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelt hat. Das Vordach, die Verladerampe wie auch die Fenstergestaltung zeigen an, dass der sich entwickelnde Landhandel eine solide Grundlage bot, neben der ursprünglichen Ernährungsquelle „Landwirtschaft“ ein zweites Standbein aufzubauen und die notwendigen baulichen Voraussetzungen zu schaffen. In diesem Hinterhofgebäude wurde auch die einzige bisher in Neukirchen betriebene Mühle eingerichtet. Das Wohnhaus im Vordergrund, ein verputzter Fachwerkbau, ist inzwischen einem moderneren Gebäude gewichen und beherbergt im Erdgeschoss heute die Pizzeria. Allein das Betriebsgebäude des Landhandels, der aus Platzgründen an die Gubisrather Straße verlegt wurde, erinnert noch an die alte Zeit.

 

 

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Bildquelle: Hansen / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2009 – Februar

 Bunker in Hülchrath ca. 1935

 

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Schon kurz nach dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges kommen regelmäßig alliierte Flugzeuge mit ihrer todbringenden Fracht über unsere Gemeinde, die in der Haupteinflugschneise liegt. Allmählich werden immer häufiger zivile Ziele angegriffen, und auch ganze Dörfer ins Visier genommen. In der Folge werden, vor allem im Jahr 1942, Keller zu Schutzräumen ausgebaut und kleinere Bunker am Rande der Dörfer errichtet. Hier sehen wir, wie 1942 für die Errichtung eines solchen Luftschutzbunkers im äußeren Wall des Schlosses Hülchrath eine Brücke über den Weiher geschüttet wurde und mit dem Lieblingsgerät der NS-Ideologen, dem Spaten, der Aushub begonnen wurde. Ganz links sehen wir Josef Schlangen und Josef Schnitzler.

 

 

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Bildquelle: Klara Hamacher / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2010 – März

 Blick auf den Regingenhof in Gubisrath (1927)

 

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Auf diesem Foto von 1927 haben „für den Fotografen“ Aufstellung genommen: Gustav Effertz aus Gubisrath, eingerahmt von den Kindern Anneliese (damals 5 Jahre alt) und Gustav (3 Jahre), begleitet von seiner Familie und den wichtigsten Helfern. Ein Hof, der vier Pferde zum Einsatz bereit hatte, galt damals als gut situiert. Im Vordergrund das obligatorische „Federvieh“, das neben den Hühnern, die hier unbekümmert auf der Suche nach Verwertbarem sind, meist auch noch die eine oder andere Gans umfasste. Im Hintergrund der besondere Stolz des Landwirtes: eine Dreschmaschine.

Der Hof, der heute Reginenhof genannt wird, konnte sich erst nach der Einführung des napoleonischen Rechtes „Code Civil“ etablieren. Davor galt jahrhundertelang das Halfensystem, bei dem neben einigen Großhöfen, die nur ungeteilt vererbt werden konnten und von denen keine einzelnen Äcker veräußert werden konnten, nur sehr wenige Kleinsthöfe existieren konnten, die nie eine Chance bekamen, ihre Ackerflächen zu vermehren. Mit der Verstaatlichung des Klosterbesitzes, der um Gubisrath herum in größerem Umfang vorhanden war, bot sich die Chance für tüchtige Ackersleute, eigene Felder zu erwerben und solide Höfe aufzubauen.

 

 

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Bildquelle: Fam. Krebs-Effertz / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2010 – April

 Klassenfoto (von 1949)

 

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Das Foto zeigt:

1. Reihe knieend von links:

Hubert Schiffer, Horst Kuhn, Peter Schmitz, Willi Marx, Josef Hinzen, Bernhard Ritterbach, Richard Pallemann, Heinz Hintzen, Wolfgang Möller

2. Reihe von links:

Hermann Josef Hansen, Hubert Alois Kluth, Hans Schiefer, Heinz Hubert Neukirchen, Heinz Krause, Helmut Lippke, Christian Bodewig, Gerhard Schulz

3. Reihe von links:

Gottfried Holzenleuchter, Franz Josef Kluth, unbekannt, Adam Nilgen, Peter Offer, Peter Lehnen, Hans Martin Domgans, Heinz Josef Schotten, Hans Schiffer, Willi Blank, Lehrer Ferfers

4. Reihe von links:

Gerti Wirtz, Christel Haas, Anni Nover, unbekannt, Regina Nussbaum, Roswitha Cornelisen, Hannefried Ferfers, Brunhilde Verführt, Lotti Wenig, Helga Hamacher

5. Reihe von links:

Maria Hintzen, Hildegart Schiefer, Maria van der Brück, Hannelore Schulz, Olita Hilgers, Maria Pallemann, Margarete Roesberg, Viktoria Rütten, Brunhilde Tilger

Oberste Reihe von links:

Adele Pesch, Inge Hüsgen, Maria Stammen, EvaMaria Peter

 

 

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Bildquelle u. Text: Josef Hinzen

Kalender 2010 – Mai

Abnahme der Parade König Toni Schmitz 1950

Festakt zur Fahnenweihe der Reiterstandarte des Reitercorps St. ‚Georg

 

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Wahrscheinlich entstand das Bild kurz vor dem Schützenfest im April 1950 (23.4. ist Patronatstag des Hl. Georg) unter dem „alten König“ Toni Schmitz, also bevor der neue König Mitte Mai sein Regentschaftsjahr antreten konnte. Das Bild zeigt von rechts Johann Cöllen, Toni Schmitz, Gertrud Bürger (geb. Offer), Paula Hintzen (geb. Dünbier), Hubert Tilger, Simon Rütten, Heinrich Niessen, Pastor Scholl, Frl. Vieten, Philip Mattheisen auf dem Podium vor dem Anwesen des Landwirtes Peter Kluth (heute Kruppa) an der Ecke Hülchrather Straße / Viehstraße.

 

 

 

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Bildquelle: Maria Tilger  / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2010 – Juni

 Auslieferung von Kohlen oder Briketts am ehemaligen Wohnhaus von Althoff (Ca. 1960).

 

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Rechts, damals noch unbebaut hinter der Mauer, das Gelände der „Trutzeburg“. Hier sollte offenbar bei der Stadtgründung um 1290 die Amtsresidenz des Vogtes errichtet werden, der volkstümlich Droste genannt wurde. Aus „Drosteburg“ wurde später der wehrhaft klingende Name Trutzeburg. Die Brikett-Lieferung des Kohlehändlers erreicht offensichtlich im Sommer ihr Ziel; die Haushalte bestellten meist rechtzeitig, um für den Winter Brennstoff zu haben.

Im Haus gegenüber an der Broichstr. 24 in Hülchrath wohnte vor gut hundert Jahren die weltbekannte Zirkusfamilie Althoff. Am 9.4.73 berichtete die NGZ, dass Dominik Althoff, damaliger Senior der Althoff-Familie, anläßlich seines neunzigsten Geburtstages seine Heimat und das Haus besuchte, das er mit seinen Eltern bis zu einem Alter von etwa zwanzig Jahren bewohnt hatte. So lernten auch die Söhne von Dominik Althoff, Franz und Adolf, den Herkunftsort ihres Vaters kennen. Der damalige Besuch wurde arrangiert von Josef Meuter.

 

 

 

 

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Bildquelle: Dorfgemeinschaft Hülchrath / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2010 – Juli

 Schloss Dyck (um 1900)

 

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Mit der Romantik wurden die Residenzen der Fürsten und Adeligen in neuem Licht betrachtet. Sie bildeten ein beliebtes Motiv für Ansichtspostkarten, wie in der hier abgebildeten Front des Schlosses zur Dyck. In den letzen 25 Jahren vor dem ersten Weltkrieg kamen derartige Karten, die meist als Lithographie mit Colorierung zu erhalten waren, von fast allen Orten unserer Heimat auf. Schloss Dyck ist der Wohnsitz eines Adelsgeschlechtes, das sich seine Unabhängigkeit bis zur Annektion durch Frankreich 1802 erhalten konnte. Im 18. Jahrhundert wurde aus der wehrhaften Anlage eine Residenz mit barocken Elementen, zu der der heute berühmte Park angelegt wurde, der als einer der ganz wenigen Anlagen dieser Art zu einer begehbaren Enzyklopädie für Bäume aus aller Welt wurde. Ähnliche Parkanlagen, jedoch bescheidener, entstanden in dieser Zeit um Schloss Hülchrath und das Haus Horr.

Offensichtlich war Schloss Dyck sowie das „Parkrestaurant Schloss Dycker Gasthof“ schon um 1905 (die Karte wurde am 21.5.1905 abgestempelt) ein bedeutsames Ausflugsziel für die Region um Köln, das sogar von ausländischen Gästen besucht wurde. Der Park war seit 1900 für die Öffentlichkeit zu regelmäßigen Zeiten zugänglich, nicht jedoch das Hochschloß, das noch Wohnzwecken der gräflichen Familie vorbehalten war. Sehr viel hat sich äußerlich baulich seitdem nicht verändert; auch damals gab es die Brücke schon nicht mehr, die für einige Zeit einen kurzen Weg von der Terrasse auf die Wiese ermöglichte.

 

 

 

 

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Bildquelle: Ulrich Quaxk / Text U. Quack u. Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2010 – August

 Tambourcorps bei Hecker

 

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Der Gang ins Wirtshaus war in früherer Zeit so normal, wie heute das Anschalten des Fernsehgerätes. In den Sälen oder Sälchen der Wirte traf man sich als Verein oder Nachbarschaft, als Familie oder Interessengemeinschaft. Die Geselligkeit vollzog sich somit im halböffentlichen Raum, und jeder Anlass zu feiern war willkommen. Auf dem Bild haben die jungen Burschen des Tambourcorps bei Hecker in der Wirtsstube (Vorgänger von Stenbrock) einen solchen Anlass gefunden. Man beachte, dass keiner der Anwesenden in der Gaststube raucht!

 

 

 

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Bildquelle: Tambourcorps / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2010 – September

 Wassermühle an der Erft in Neubrück (vor 1928)

 

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Nachdem die Wassermühle in Erprath als Bannmühle den Mahlzwang über das „Gräfliche Land“ zwischen Erft und Nordkanal, das im 14. Jahrhundert unbestritten war, an Hombroich verloren hatte, weil das Haus Dyck als Pfandinhaber dieses Gebietes sich für eine näher gelegene Mühle eingesetzt hatte, errichteten die Dycker Herren im Jahre 1678 nahe der Neubrück auf einem zuvor gekauften Stück Wiese eine Bannmühle für das „Gräfliche Land“. Wegen des Wasserstaus durch das Mühlenwehr kam es sofort zu Prozessen mit dem Abt von Kornelimünster, dem der nahegelegene Gutshof Gilverath gehörte.

Bereits 1680 hatte die Mühle zwei Korngänge und einen Ölschlag. Allerdings gab es durch Hochwasser immer wieder Schäden, so besonders 1784. Zwei Jahre nach dem Einmarsch der Franzosen 1794 wurde ein neues Haus errichtet, für das der Müller Jakob Krosch 1100 Reichstaler aufwendete. Diese Baulichkeiten bestehen im Wesentlichen noch heute. 1875 ging die Mühle in Privatbesitz über, um aber bereits 1888 an die Firma Engelbert Stübben, Düsseldorf, zu gelangen. Diese veräußerte sie auf Heilig Abend 1902 an Kornelius Goergens und dessen Frau Maria Bruster, aus Kapellen gebürtig. Das hier vorgestellte Foto zeigt die Mühle um etwa 1925, die 1936 an den Sohn Michael überging, der bereits 1954 unerwartet starb. Durch die Einleitung von Grubenwasser in die Erft kam 1956 das technische Aus für die Mühle.

 

 

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Bildquelle: Archiv Rhein-Kreis-Neuss / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2010 – Oktober

 Vogelvoliere in der Vorburg von Schloss Hülchrath

 

 

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Obwohl es sich um eine Postkarte handelt, ist die Abbildung auf der Vorderseite selten zu sehen. Die Aufnahme des Innenraums der Vorburg von Schloss Hülchrath ist gut 100 Jahre alt und rückt inmitten einer kunstvoll gestalten Gartenanlage eine Vogelvoliere in den Vordergrund. Der Schöpfer ist nicht mehr eindeutig zuzuordnen. In Betracht gezogen werden Leutnant Enno Rudolf von Benningsen, der Schloss Hülchrath 1908 erwarb und kurz darauf große Teile der ehemaligen Burgruine, nach romantisierenden Plänen des jungen (und später bekannt gewordenen) Schweizer Architekten Otto Zollinger, in sein Märchen-Schloss umgestalten ließ. Ebenfalls um Verschönerung von Garten und Park sehr bemüht waren die Damen Maria und Ludovica von Pröpper, die nach dem Tod des 1883 verstorbenen Voreigentümers, Hauptmann Edler von Pröpper, ihr Wohnrecht nutzten.

 

 

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Bildquelle u. Text: Fotoarchiv Kruppa

Kalender 2010 – November

Kloster Langwaden vor 1928

 

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Um das Jahr 1142 stifteten die Herren von Wevelinghoven ihren Gutshof zur Gründung eines Nonnenklosters. Allerdings war die wirtschaftliche Basis etwas zu schmal. Ein Streit um gewisse Vorrechte an dem Klösterchen zwischen der Stifterfamilie und dem Mutterkloster führte gut 40 Jahre später zu einer bedeutenden Aufstockung des Stiftungskapitals. Zu den drei Hufen Ackerland in Langwaden wurden von den Herren von Wevelinghoven noch zwei weitere Hufen mit dem Gut Yffe geschenkt. Als Gegenleistung wurden die Stifterrechte durch den Erzbischof von Köln bestätigt. Dieses zusätzliche Land mit dem Gutshof lag zwischen Langwaden und dem Efferbusch, der noch den Namen des Gutes bewahrt und im Bereich Bahndamm/Sportplatz Neukirchen gelegen hatte. Die Nonnen konnten ihre Ländereien in der Gemeinde Neukirchen im Laufe der Zeit noch deutlich erweitern. Bei Hülchrath wurde Zug um Zug das Kotzenbroich (vom keltischen Ko’eds = Wald) erworben, das heute Langwadener Busch heißt. In Mühlrath konnte ebenso in vielen kleinen Schritten der Mühlrather Kamp erworben werden. Im 17. Jahrhundert kam schließlich noch der Nixhof in Gubisrath dazu.

Unter Napoleon wurde 1802 das Kloster verstaatlicht, um aus den Erlösen die französische Kriegskasse zu füllen. Kloster Langwaden kam dadurch schließlich an den Offizier „Maison“, der später zum „Marquis de la Maison“ geadelt wurde. Er ließ als erstes die Kirche abreißen, die auf dem Bild im Vordergrund das Viereck hätte schließen müssen. Weiter ließ er das Kloster zu einem Schloss umbauen, so dass man heute noch des Öfteren vom Schloss Langwaden spricht. Als etwa 20 Jahre nach dem zweiten Weltkrieg Zisterzienser auf der Durchreise das inzwischen halb verfallene Gebäude sahen, pachteten sie es von den Eigentümern, den Grafen von Nesselrode auf 99 Jahre. Hier fanden die aus Ossek in den Sudeten vertriebenen Mönche ein neues Zuhause, bis sie schließlich nach dem Fall der Mauer wieder das alte Stammkloster übernehmen konnten. Während das Stammkloster von einem Abt geleitet wird, heißt der Vorsteher in Langwaden Prior („Erster“). Hinter dem Kloster befindet sich die Gräflich Nesselrod’sche Gutsverwaltung, die noch heute von Langwaden aus die Äcker zwischen dem Kloster und dem Bahndamm bewirtschaftet, wie seit über 800 Jahren.

 

 

 

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Bildquelle: Archiv Rhein-Kreis-Neuss  / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2010 – Dezember

 Notkirche im Saal Wirtz im Herbst 1996

 

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Den meisten katholischen Neukirchern ist dieser Anblick noch vertraut. Denn das Bild ist gerade einmal 10 Jahre alt. Im Jahre 1996 wurde die im Kern noch romanische Tuffsteinkirche grundlegend saniert. Für die Zeit der Bauarbeiten wurde der Ballsaal der Gaststätte Wirtz zu einer Notkirche umgewandelt. Die Bühne, die neben Theaterverein auch Schützenvorstände und Elferräte im Karneval sowie hervorragende Chorkonzerte des Quartettvereins gesehen hatte, eignete sich, wie man sieht, gut für den Altarraum, während der Tanzboden mit geeigneter Bestuhlung versehen für die Gemeinde ausreichen musste.

Eine alte Legende sagt, dass den Anstoß zum Bau des Saales ein misslungenes Schützenfest gegeben hatte. Es wird berichtet, der Sturm habe nämlich das Festzelt „entführt“. Um also das Fest sturmsicher feiern zu können, wurde ein großer, geräumiger Festsaal, eben der Saal Wirtz errichtet. Die beiden anderen Säle, die im Dorf waren, einmal bei Hecker (Vorläufer von Stenbrock) und einmal bei Zimmermann (Vorläufer von Haus Stammen), waren nicht geräumig genug, das Fest zu beherbergen.

 

 

 

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Bildquelle: Fotoarchiv Kruppa / Text Dr. Chr. Wiltsch

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Kalender 2011 – Deckblatt

 Das war damals die Preisfrage: Wer weiß, welchen Tüftler das Foto zeigt?

 

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Bildquelle: unbekannt

Kalender 2010 – Januar

Dorfstrasse in Langwaden

 

 

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In der Mitte des 12. Jahrhunderts stifteten die Herren von Wevelinghoven auf ihrem Hof zu Langwaden ein Kloster. Dieses wuchs im Laufe der Zeit, so dass zur Zeit Napoleons fast die gesamte Dorfflur dem Kloster gehörte. Das Dorf, das ursprünglich Busch hieß und beim gleichnamigen Haus Busch lag, musste wegen Repressalien der Ritter Hund zu Busch im 14. Jahrhundert an das Kloster verlegt werden, wo die Bewohner im Tagelohn arbeiteten.

So entstand entlang des Bruchrandes ein Straßendorf mit kleinen Landarbeiterhäusern. Da nach der Säkularisierung des Klosters 1802 die Grafen von Nesselrode das gesamte Kloster mit Ländereien kauften, hatten die kleinen Leute nicht die Möglichkeit, wie in anderen Orten unserer Heimat sich ein eigenes Stück Acker zu erwerben. Daher galt lange Zeit Langwaden als eines der ärmeren Dörfer unserer Heimat. Erst durch die Mobilität und Industrialisierung, vor allem in Wevelinghoven und Grevenbroich änderte sich das. So gehören die Häuser, die genutzt wurden (von vorne nach hinten) von der Familie Häufler, der Ziegenbockstation, den Familien Hösen und Bender-Mähler, die hier im Bild aus der Zeit um 1930 zu sehen sind, heute längst der Vergangenheit an und wurden durch moderne Bebauung ersetzt.

 

 

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Bildquelle: Fotoarchiv Kruppa / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2009 – Februar

 Busse der Kraftpost-Überlandlinien in Neuss am Busbahnhof

 

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Das Foto wurde in den fünfziger Jahren aufgenommen.

Als nach dem Zweiten Weltkrieg in Neuss die Industriefirmen ihre Produktionsleistung wieder hochfuhren, entstand rund um den Hafen ein enormer Bedarf an Arbeitskräften. Bis zu 10.000 Menschen bekamen Anfang der 1950er Jahre alleine bei den Ölmühlen Walter Rau, Thywissen und Werhahn sowie bei Ideal Standard und International Harvester Co. wieder Lohn und Arbeit. Da der größte Teil der Landarbeitskräfte in ihren Heimatorten aber keinen direkten Eisenbahnanschluss besaß, wurde bereits 1929 auch für Neukirchen die „Überland – Kraftpostlinie“ ins Leben gerufen. Besitzer von PKWs und Motorräder bildeten noch eine Minderheit. Man fuhr an allen Tagen, rund um die Uhr, zur Arbeit, zum Arzt oder für besondere Besorgungen mit dem Bus! Hatte man diesen versäumt, musste man halt auf den „nächsten“ warten. Um dem erschöpften Heimreisewilligen die Wartezeiten kurzweiliger zu gestalten, siedelte sich die Gastronomie ‚im großen Stil‘ rund um den Busbahnhof an. Noch bis weit in die siebziger Jahre besaß Neuss hier die größte Gaststättendichte. Da zu dieser Zeit der Lohn am Monatsende noch bar ausgezahlt wurde – Scheckkarten gab es noch nicht – fuhr man am Zahltag auch schon einmal „unfreiwillig“ einen Bus später. Viele Ehefrauen holten an diesen Tagen ihre Männer von der Arbeit ab, um Verluste zu vermeiden. Um 23 Uhr fuhren die letzten Überlandbusse –dann auch immer mit Anhänger bestückt- in die jeweiligen Ortschaften. Von Neuss nach Neukirchen fuhr die Linie 9, im Bild der dritte Bussteig von rechts.

 

 

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Bildquelle: Fotoarchiv Kruppa / Text Jürgen Kruppa

Kalender 2010 – März

 Neubaugebiet Ramrather Straße

 

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Mit dem Zusammenbruch des Reiches 1945 setzte in den Ostgebieten eine systematische Vertreibung ein. Die Betroffenen wurden halbwegs gleichmäßig auf die übrigen Gebiete verteilt. So kamen auch viele „Neubürger“ nach Neukirchen. Zunächst wurden die Familien privat einquartiert. Auf Dauer musste aber neuer Wohnraum her. Um eine Selbstversorgung mit dem Nötigsten zu gewährleisten, sollten die Baugrundstücke, wenn die durch das Land gefördert werden sollten, einen Morgen groß sein. Da zunächst kein Bauer bereit war, dafür sein gutes Ackerland abzugeben, dauerte es in Neukirchen eine lange Zeit, bis um 1952 begonnen werden konnte, eine erste Siedlung an der Ramrather Straße anzulegen. Um weiter Baukosten zu reduzieren, wurden Genossenschaften gegründet. So residiert in Grevenbroich der Siedlerbund, dem eine Ortsgruppe in Neukirchen angehört. In gemeinschaftlicher Maloche wurden so die neuen Eigenheime hochgezogen und auf der Basis gelebter Nachbarschaftshilfe fertig gestellt. Einen derartigen Bauboom hatte es in Neukirchen seit dem Mittelalter nicht mehr gegeben.

 

 

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Bildquelle: Riepe/Kruppa / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2011 – April

Kommuniongruppe im Jahr 1936

 

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Kurz vor dem ersten Weltkrieg setzte die katholische Kirche das Alter für die Kommunionkinder von 14 auf 10 Jahre herab, so dass Kommunion und Schulentlassung nicht mehr zusammenfielen. Auf diesem Bild soll es sich um eine Gruppe von Kommunionkindern handeln, vermutlich der Geburtsjahrgang 1926. Die vier Personen im Hintergrund sind links Hauptlehrer Heinrich Reiff, der von Ende 1928 bis Sommer 1936 in Neukirchen war, der Pastor Paul Scholl, der im Sommer 1930 nach Neukirchen kam, der Kaplan Franzjosef Habitz, der von April 1935 bis Mai 1938 in Neukirchen tätig war als erster Kaplan nach über 60 Jahren, sowie die Lehrerin Henriette Loy, die von 1921 an 32 Jahre lang in Neukirchen unterrichtete.

 

 

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Bildquelle: Christine Wermke geb. Blank / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2011 – Mai

 Schützenkönig 1932

 

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Im Jahre 1932 errang Johann Adolphs, hier zu sehen mit Königskette, die Würde des Neukircher Schützenkönigs. Leider sind die meisten Personen des Hofstaates auf diesem Foto aus dem Saale Wirtznicht mehr bekannt. Rechts neben dem König sitzt Magdalene Kreuels und mit Orden geschmückt der Schützenpräsident Ludwig Kreuels sen. Dahinter in Uniform steht Hermann Kreuels neben H. Düllberg und Heinrich Kreuels. Dahinter in der zweiten Reihe zwischen den beiden sieht man Adolph Poeschgen. Links in Uniform stehen Hermann Hintzen und Johann Berg. Im Salle Wirtz fand nicht nur der Ehrenabend statt, sondern hier probte auch der Quartettverein, wie an der Spruchtafel des Sängerbundes erkennbar ist.

 

 

 

 

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Bildquelle: Pützhoven  / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2011 – Juni

 Die Herren haben Schwein

 

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Eine längst vergessene Zeit, als die Landwirtschaft das Leben und den Alltag im Dorf dominierte! Dieses Bild entstand zwischen 1935 und 1940 auf dem Hof von Jean Neukirchen, genannt Schmed Dorese Schang. Dieser Name bedeutet in etwa: des Schmiedes Theodor sein Johann. Auch das eine Sprache, die heute wohl kein Kind mehr lernt. Mit Ferkeln präsentieren sich hier kurz vor dem Zweiten Weltkrieg von links nach rechts der Schützenkönig von 1932, Johann Adolphs, Wilhelm Neukirchen, der Gemeinderendant Martin Domgans und strahlend der bereits erwähnte Doreses Schang.

 

 

 

 

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Bildquelle: Peter Neukirchen / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2011 – Juli

 Ansicht der Gastsstätte Wirtz vor 1937

 

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Nachdem Christian Wirtz die Brauerei mit Schenke von Flock übernommen hatte, konzentrierte sich die Aktivität vor allem auf die Gastronomie. Hier gab es bereits vor 1900 das erste Telefon des Dorfes und seit 1904 eine Postagentur. Um auch die Gasträume moderner zu gestalten, wurde um 1937 das hier abgebildete Gebäude niedergelegt um die heute inzwischen auch schon zur Geschichte gewordene Gaststätte „Zum alten Brauhaus“ zu errichten. Wer auf diesem Bild mit der Benzinkutsche vorgefahren ist, entzieht sich den Kenntnissen. Jedoch hatte als einer der ersten in der Umgebung der Arzt von Wevelinghoven ein Kraftfahrzeug, das in einer Legende von 1914 eine Rolle spielt, weil in diesem Vehikel die französische Kriegskasse angeblich durch unser Dorf transportiert werden sollte.

 

 

 

 

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Bildquelle: Familie Wirtz  / Text Urich Quack u. Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2011 – August

 Tinni Schannen verkauft Eis auf der Broichstr. in Hülchrath

 

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Im Hintergrund sieht man das Pfarrhaus.

Große, strahlende Kinderaugen! Wenn in Hülchrath „Tinni“ Schannen mit ihrer Handkarre die Runde drehte, um ein Hörnchen mit einem Kügelchen Eis zu verkaufen, konnte kein Kinderherz mehr ruhig schlagen. Moderne rollende Eisdielen mit Discoanlage und einem Sortiment von über 30 Eissorten üben merkwürdigerweise weniger Begeisterung aus, als es dieser gemütliche Karren mit seinen maximal zwei Sorten tat. Unverkennbar die autofreie Broichstraße mit dem dominanten Pfarrhaus im Hintergrund.

 

 

 

 

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Bildquelle: Dorfgemeinschaft Hülchrath  / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2011 – September

 Weisskohlernte mit dem Pferdewagen

 

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Durch die Errichtung von Fabriken zur Nahrungsmittelverarbeitung, sei es in Neukirchen die Sauerkrautfabrik, oder die Konservenfabrik, sei es in Wevelinghoven die Zuckerfabrik oder die Fabriken in Kapellen, Holzheim usw., wandelte sich die traditionelle rheinische Sieben-Felder-Wirtschaft, da nun auch Gemüse und Zuckerrüben in die Fruchtfolge einbezogen wurden. Auf diesem Bild sehen wir den Bauern Gustav Effertz im Jahre 1935 mit zwei Helfern und den Pferden Olga und Minka Kappes einfahren. Ob der mit dem Rücken im Bild stehende Polizist Düllberg eine Verkehrskontrolle durchführen wollte, ist unbekannt.

 

 

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Bildquelle: Familie Krebs-Effertz  / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2011 – Oktober

 Neubauviertel (im Sommer 1976)

 

 

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Wie die Zeit vergeht! So werden wohl die Meisten nun denken, denn das Bild ist noch keine 35 Jahre alt. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es vor allem durch die Ansiedlung von Ostdeutschen zu einem Bevölkerungszuwachs, der die Maßstäbe vergangener Zeiten weit sprengte und es wurden durch den Siedlerverbund verschiedene Straßenzüge an das Dorf Neukirchen angehängt. Diese lagen nicht dort, wo es eine planmäßige Ortsentwicklung sinnvoll erscheinen ließ, die es nämlich gar nicht gab, sondern dort, wo man Bauland in geeigneter Größe finden konnte. Nach den Straßen „Ramrather Straße“, „Flurweg“ und „Gartenstraße“ (heute „In den Gärten“) konnten gegenüber dem Friedhof (oben im Bild) einige Straßen verwirklicht werden, deren Fertigstellung man hier 1976 bereits sehen kann. An diese Zeit erinnern noch die Straßennamen „Braunsberger Straße, Wolliner Straße oder Marienwerder Straße, während die Danziger Straße bereits 1975 ihren ebenfalls ostdeutschen Namen Posener Straße bekam.

Aber 25 Jahre nach dem Krieg änderten sich die Verhältnisse. Nicht mehr Vertriebene waren mit Wohnraum zu versorgen, sondern Städter wollten aus der Enge der Großstadt in das grüne Umland. Der eigene Pkw war Garant, die Arbeitsplätze in der Stadt, insbesondere Düsseldorf, aber auch Neuss, Krefeld und Köln, bequem zu erreichen. Entsprechend wuchs das Dorf weiter. Vorne sehen wir, vom Bahndamm auf die Straße Unterdorf blickend, die Siedlung „Am Bahndamm“. Hier werden nun Straßennamen bevorzugt, die den grünen Charakter des Dorfes unterstreichen sollen: „An den Pappeln“, „Kastanienweg“ oder „Ulmenstraße“.

Deutlich erkennt man den Wandel in der Siedlungsstruktur der einzelnen Abschnitte. Die Posener Straße (rechts am Bildrand) ist noch durch frei stehende Häuser mit großen (Gemüse-) Gärten geprägt. Rund um die Wolliner- und Marienwerder Straße (links oben am Bildrand) finden sich nun dicht gedrängte Reihenhäuser, bei denen nur noch Gärten zur Freizeitgestaltung sowie kleine Vorgärten anzutreffen sind. Dafür entsteht ein zentraler Garagenhof. (oben in der Mitte). Das moderne Viertel „Am Bahndamm“ hat ebenfalls den zentralen Garagenhof (Bildmitte), während die Häuser dem damals besonders populären Bautyp „Winkelbungalow“ mit Atrium folgen, wo kaum noch größere Gartenflächen anzutreffen sind, so dass der traditionelle Gemüse- und Obstanbau, der das ganze alte Dorf prägte (linke obere Ecke, außerhalb des Ausschnitts), nicht mehr möglich ist.

Die kleinen Wiesen um diese Siedlung sollten als „lockere Grünzüge“ das Wohngebiet parkähnlich einfassen. Gut 25 Jahre später sind sie in den Fokus der Stadt geraten, um hier „Vermögensoptimierung“ zu ermöglichen, wie die Umwandlung von Grünflächen in verdichtetes Bauland genannt wird.

 

 

 

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Bildquelle: Friedhelm Freytag / Text: Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2011 – November

 Gaststätte Schmitz in Speck

 

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Dieses Foto der Gastwirtschaft Schmitz, später Hilgers in Speck war 1912 auf einer Postkarte zu finden. Es prägt noch heute den Dorfplatz von Speck.

Im Kreisarchiv findet man im Adressbuch für den Kreis Grevenbroich von 1899 unter Bürgermeisterei Hülchrath den Ackerer Jacob Schmitz unter 97 Specker Bürgern. Er betrieb in Hausnummer 5a auch eine Gastwirtschaft und Specereihandel. Fortschrittliche Verkehrsmittel, nämlich Fahrräder, sind erste Boten einer größer werdenden Mobilität, die sich auch durch den Bau der Straße von Neuss nach Bergheim durch Speck um das Jahr 1845 ankündigte.

 

 

 

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Bildquelle: Fotoarchiv Kruppa  / Text Dr. Chr. Wiltsch/Kruppa

Kalender 2011 – Dezember

Das Sportzentrum kurz nach der Errichtung

 

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Schweren Herzens hatten sich 1972 der traditionsreiche FC Hülchrath mit der dynamischen SG Neukirchen zur SG Neukirchen-Hülchrath zusammengeschlossen. Tatsächlich gab es ein paar Visionäre, die für die Gemeinde Neukirchen ein Sportzentrum wünschten, das verschiedenen Sportarten neben Fußball Heimat bieten konnte. Daher wurde der Fußballplatz an der Sportstraße aufgegeben, um dem Festplatz der Schützen zu weichen, und etwas außerhalb des Dorfes an der Viehstraße das Sportzentrum errichtet. Hier erkennen wir das Vereinsheim mit der Schwimmhalle, davor der Hauptplatz mit den Leichtathletikanlagen sowie die ersten Tennisplätze. Die Vielzahl von Abteilungen hat die SG, wie sie kurz genannt wird, heute zu einem der größten Vereine der Stadt Grevenbroich werden lassen. Und bedeutende Erfolge konnten hier auch gefeiert werden. Der FC Anhängerclub holte alte1.-FC-Köln-Profis nach Neukirchen, und auf der Aschebahn wurde über 5.000 Meter ein deutscher und ein holländischer Rekord aufgestellt. Schließlich stellten die Bogenschützen 2007 mit Rachel Bosshammer einen Vizeweltmeister der Senioren und die Leichtathleten im gleichen Jahr mit Bernd Juckel sogar einen Weltmeister der Senioren. Der fleißige Sportskamerad musste dafür allerdings lange arbeiten: für die 100 Kilometer musste er etwa 7 ¾ Stunden laufen. Meisterlich sind aber auch die präventiven Maßnahmen zur Gesundheitsförderung, die durch die Turnabteilung Hunderten von Neukirchern jährlich zu Gute kommen.

 

 

 

 

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Bildquelle: Friedhelm Freytag / Text Dr. Chr. Wiltsch

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Kalender 2012 – Deckblatt

Wer weiß, wann das hier als Ruine dargestellte Hülchrather Schloß wieder aufgebaut wurde?

 

 

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ohne zusätzlichen Text

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Bildquelle: E. Wirtz

Kalender 2012 – Januar

 Goldhochzeit Bremenkamp in Mühlrath

 

 

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Das Foto zeigt bei der Feier im Jahr 1925 das Goldhochzeitspaar sitzend und die Gäste stehend. Der Hof am Kottenkamp bzw. der K33 (von Neubrück kommend auf der rechten Straßenseite) gehört zu den fünf ältesten Höfen in Mühlrath, die sich als „uff ’m Ulenrath“ schon vor 400 Jahren nachweisen ließen. Durch Herüberziehen des „m“ zu den „Ulen“ (Eulen) entstand der heutige Name Mühlrath, der um 1800 noch Muhlenrath geschrieben wurde. Der Straßenname leitet sich von einem kelto-fränkischen Kot-s-busch ab, also Waldesbusch.

Mit steigender Lebenserwartung im 19. Jahrhundert wurden Feste wie Goldhochzeiten immer öfter möglich. Sie wurden dann von der gesamten Dorfgemeinschaft begangen. Die Festfolge wurde meist vom Dorflehrer und Pfarrer überlegt, das Festprogramm wurde mit Vorträgen von oft selbst verfassten Gedichten, Vorträgen aus bekannten Werken, Musik und einem opulenten Festschmaus ausgestaltet. Das Wohnhaus und die Straße, an der das Jubelpaar wohnte, wurden geschmückt wie die Residenz des Schützenkönigs.

Das Foto gelangte über die Tochter des rechts vom Goldhochzeitspaar Bremenkamp stehenden Blumenmädchen Anna Dahmen zu uns, die bei der Goldhochzeit ein Gedicht vorgetragen hat.

 

 

 

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Bildquelle: Familie Busch / Text Dr. Chr. Wiltsch u. U. Quack

Kalender 2012 – Februar

 Hafen in Neuss

 

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Für die Dörfer rund um Neukirchen und Hülchrath war Neuss immer nur „die Stadt.“ Neuss war der zentrale Markt, wohin die Produkte der Äcker, aber auch der Webstühle, abgesetzt werden konnten, und in der man sich mit der neuesten Mode und Technik versorgen konnte. Schon 1096 heißt es zum Johannesmarkt, einem der größten Markttage im alten Neuss: „… und weil viel Volk von den umliegenden Dörfern in der Stadt weilte…“ Für den Handel war der Hafen die wichtigste Einrichtung. Kamen doch über den Rhein Nahrungsmittel und Textilien aus Holland, Wein von Ahr und Mosel, aber auch Grab- und Mühlsteine vom Rheintal. Ab dem 16. Jahrhundert verlandete jedoch der Hafen mehr und mehr. Erst als Industriehafen konnte er im 19. Jahrhundert wieder belebt werden. Nun fanden hier zunehmend auch Neukircher eine Arbeit.

 

 

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Bildquelle: U. Quack  / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2012 – März

 Schmiede Schillings in Münchrath

 

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Die Verarbeitung von Eisen war eine sehr wichtige Möglichkeit, Werkzeuge und Geräte zu schaffen, die die alltägliche Arbeit erheblich erleichterten. So gab es in allen größeren Dörfern eine Schmiede, wie hier in Münchrath. Auf dem Hof sehen wir einige Erzeugnisse aus Eisen, deren Reparatur und Wartung dem Dorfschmied oblag. Klassisch die beiden Wagenräder im Hintergrund. Hier nutzen vor allem die eisernen Reifen schnell ab. Auch zu den Klassikern gehört der einscharige „Hongsploog“, der von Ochse -später auch Pferd- gezogen „der Pflug“ schlechthin im Rheinland war. Wir sehen ihn links vor dem Fahrrad. Im Vordergrund sehen wir eine Sonderkonstruktion: einen zweischarigen Pflug für zwei Pferde. Dahinter, auf die Seite gekippt, liegt ein weiteres Gestell mit zwei Rädern, wahrscheinlich auch ein Rahmen für einen zweischarigen Pflug. Der Radfahrer dürfte nicht zu den aktuellen Kunden des Schmiedes gehört haben, ein potentieller Kunde war er jedoch allemal.

 

 

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Bildquelle: Dorfgemeinschaft Hülchrath / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2012 – April

 Messdiener am Weissen Sontag 1951

 

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1. Reihe von links:

Willi Marx, H.Josef Raths, Josef Dahmen

2. Reihe von links

Peter Schmitz, Josef Hinzen, Hermann-Josef Hansen, Johannes Kreuels, Heinz Josef Schotten, Peter Lehnen

3. Reihe von links:

Kichenschweizer Alois Wirtz vom Bilderstöckchen, Hermann Bers, Heinz Schlupp, Willi Stammen, Kaplan Everhard Schiffer

 

 

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Bildquelle: Josef Hinzen

Kalender 2012 – Mai

Schützenzug in Neukirchen vor dem zweiten Weltkrieg, ca. 1938

 

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Als Zugführer sehen wir Franz Kromeich, dahinter kommt mit Fahne Willi Clemens, der langjährige Oberst nach dem Zweiten Weltkrieg; links davon wurde August Hamacher erkannt, rechts davon Barthel Neukirchen; in der zweiten Reihe sieht man von links nach rechts Heinrich Schotten und Franz Domgans.

 

 

 

 

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Bildquelle: Loni Lange  / Text J. Kreuels

Kalender 2012 – Juni

 Teilnehmerinnen eines Lehrganges für Rotkreuzschwestern auf Schloss Hülchrath

 

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Nachdem das Schloss Hülchrath zunächst einer Landwirtschaftsschule zur Verfügung stand, übernahmen in der NS-Zeit diverse Organisationen die Bewirtschaftung der Anlage, zuletzt die Organisation Werwolf, die Partisanen ausbildete, die hinter der Front tätig werden sollten. Mit der zunehmenden Kriegsnot fanden immer häufiger auch Rot-Kreuz-Kurse im Schloss statt. In der Gemeinde Neukirchen wurde sogar eine Ortsgruppe des Deutschen Roten Kreuzes gegründet, die aber wieder einging. Auf dem Foto von etwa 1942 erkennen wir

unten von links nach rechts: Maria Adolphs aus Neukirchen, Maria Kindgen, Käthe Jung aus Hülchrath, Gertrud Seekirchen aus Münchrath, Elisabeth Gieß-Aretz aus Hülchrath, Veronika Zaun aus Münchrath

oben als zweite von links die Kursleiterin, Frau Driesen, sowie rechts außen Johanna Hein und Maria Schenkel aus Hülchrath.

 

 

 

 

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Bildquelle: Dorfgemeinschaft Hülchrath / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2012 – Juli

 Erhöhung des Dachstuhl der Neukirchener Pfarrkirche

 

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Durch einen Bombentreffer mit Brand in Mitleidenschaft gezogen wurde eine Sanierung der Jakobuskirche unumgänglich. Aus Kostengründen entschied man sich für eine ungewöhnliche Lösung: Dach auf Dach. Dadurch konnte nicht nur die kirchliche Nutzung ungestört weiter gehen, sondern auch ein Teil des alten Tragwerkes weiter genutzt werden. Allerdings traten dadurch auch neue Probleme auf, so dass inzwischen dieses Dach schon selbst wieder Geschichte ist.

 

 

 

 

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Bildquelle: Fotoarchiv Kruppa / Text: Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2012 – August

 Lebensmittelgeschäft von Antonia Hinzen (Ackerstraße), Anfang der 60er Jahre

 

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Baute bis zum zweiten Weltkrieg jeder seine Nahrungsmittel im eigenen Garten an, so änderte sich die Struktur des Dorfes grundlegend durch den Zuzug Ostdeutscher ab 1946. Es entstanden nun auch in den neuen Siedlungen auf der „grünen Wiese“ Läden, die in wohlsortierten Regalen alle guten Dinge des täglichen Bedarfs feilboten. Diese Lädchen bestachen auch durch die qualifizierte Beratung in Person der Ladeninhaber. Dadurch stets am Puls der Zeit, wurde auf Anfrage alles beschafft. Nach und nach schlossen sie sich zu Handelsketten zusammen. Jedoch konnten die meisten Läden auf Dauer nicht bestehen, da die Verkaufsfläche nicht ausreichend war, um ein Vollsortiment aufzunehmen, wie es die anspruchsvoller werdende Kundschaft erwartete.

 

 

 

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Bildquelle: Froese / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2012 – September

Beim Einfahren von Getreide

 

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Die härteste Zeit im Jahr war die Erntezeit. Auf den hochwertigen Bördeböden, deren Ertragswerte rund um Neukirchen mit 92 Punkten (von theoretisch 100 für den besten Ackerboden) zu den besten Böden in Deutschland gehören, gediehen alle Getreidearten exzellent. Da Getreide jedoch trocken geerntet werden muss, findet diese Arbeit, die lange Zeit reine Handarbeit war, besonders im heißen Sommer statt. Bei uns war dabei die Weizenernte quasi das Barrometer. Wenn der letzte Wagen mit Weizen eingefahren wurde, wurde er festlich geschmückt und mit einem Maien bekrönt. Das nannte man „Maie infahre.“ Das geschah mit zahlreichen Umwegen, wobei jedes Mal ein wenig „getankt“ wurde. An diesem Tag durfte der Bauer keinen Knecht wegen Trunkenheit entlassen. Anschließend gab es ein Festmahl, das der Bauer zu spendieren hatte, welches man „Beu-Afwäsch“ (Ernte-Abwasch) nannte. Der Schluss der Weizenernte war meist Mitte August. Nach der Weizenernte ging die sonstige Ernte jedoch noch eine Weile weiter. Diese Zeit wurde dann durch die Kirmesfeiern unterbrochen, die meist in Erntefesten ihren Ursprung haben. Die Neukircher und Hülchrather Kirmes fand am Sonntag nach Johannes Enthauptung (29. August) statt, später am 1. Sonntag im September.

 

 

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Bildquelle: Pützhoven  / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2012 – Oktober

 Letztes Geleit (ca. 1939/1944)

 

 

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Seit der Verlegung des Friedhofes an seinen heutigen Platz um 1939 fand nach dem Trauergottesdienst das letzte Geleit über die Dorfstraße statt, die im unteren Bereich früher auch Friedhofstraße hieß. Hier sieht man den Trauerzug am Anfang der Brunnenstraße. An Stelle der beiden Torbögen befindet sich die Metzgerei Rütten. Das kleine Haus in der Mitte ist seit einem Umbau kaum noch wieder zu erkennen. Dort war der frühere Gemeinderentmeister („Stadtkämmerer“) Martin Domgans ansässig. Das Haus links wurde abgebrochen und durch einen moderneren Zweckbau ersetzt. Rechts, aber nicht im Bild, ist noch heute der Schustereibetrieb Kreuels.

 

 

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Bildquelle: Fam. Hans Pfeiffer / Text: Dr. Chr. Wiltsch u. U. Quack

Kalender 2012 – November

 Verwegene Reiter

 

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Bildquelle: Archiv Rhein Kreis Neuss  / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2012 – Dezember

 Gruss aus Speck

 

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So wie moderne Gemeinden stolz ihre Autobahnabfahrt anpreisen, wurde Speck durch den Bau der Provinzialstraße um 1845 von Neuss nach Bergheim, heute B 477, an die große weite Welt angeschlossen. Der Bach (Gillbach), der die Gemeinde Neukirchen-Hülchrath auf der rechten Bildhälfte von der Gemeinde Hoisten-Weckhoven links im Bild trennt, wird durch eine moderne, feste und gemauerte Brücke überwunden. Dieses Bild wurde offenbar im Winter aufgenommen, wie man an den laubfreien Bäumen sowie dem festgefahrenen Schnee auf der Straße und der weißen Pracht an der Böschung des Straßendammes erkennen kann. Als Postkarte wurde das hier vorliegende Motiv im Oktober 1912 versandt.

 

 

 

 

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Bildquelle: Fotoarchiv Kruppa / Text Dr. Chr. Wiltsch

Es geht weiter mit den Kalenderblättern aus dem Jahr 2013

Kalender 2013 – Deckblatt

 Peter und Agnes Rütten

 

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Zu erraten war der Name der Personen auf dem Foto.

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Bildquelle:BSV Neukirchen

Kalender 2013 – Januar

 Gaststätte Haus Stammen

 

 

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Das Foto zeigt eine Thekenszene der Gaststätte Haus Stammen aus dem Jahr 1978 mit Sigi Brandt am Zapfhahn. Hinten sitzen links Hubert Weitz und rechts Siggi Pletzke.

 

 

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Bildquelle: Stephan Brandt / Text U. Quack

Kalender 2013 – Februar

Am alten Friedhof

 

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Das Foto zeigt das Vorgängergebäude der späteren Bäckerei Domgans und den Eingang zum alten Friedhof und zur Kirche in Neukirchen am heutigen Jakobusplatz. Der Friedhof wurde um 1939 von der Kirche an seinen heutigen Platz verlegt. Die Kirchhofmauer wurde 1969 neu gebaut, damit die Strasse breiter wurde.

 

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Bildquelle: BSV Neukirchen / Text U. Quack

Kalender 2013 – März

 Brücke über die Erft in Neubrück

 

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Der kleine Ort Neubrück verdankt seinen Namen dem Bau einer „neuen“ Brücke über die Erft.

Für diese gibt es die ersten Belege aus dem Jahre 1644. Damals erbrachte der Dycker Straßenzoll, der in Kapellen erhoben wurde, keine Einnahmen, weil die „Neubrück“ abgebrochen und die Passage nach Hülchrath versperrt waren. Das dürfte eine Verteidigungsmaßnahme für die kurkölnische Landesburg Hülchrath während des Dreißigjährigen Krieges gewesen sein. Die Brücke muss nach dem Kriege rasch wieder aufgebaut worden sein, weil die Zollgelder bald wieder flossen. 1678 verlegte Dyck die Zollstätte an die „Neuerbrücken“, aber Kurköln protestierte mit Erfolg dagegen. Die neue Brücke, die 1644 abgebrochen wurde, hatte, wie der Name sagt, eine ältere Vorgängerin, über die nichts bekannt ist.

Das Foto von 1898 zeigt das Brückenbauwerk, das 1728 erbaut wurde.

Im Februar 1945 wurde die Erftbrücke von deutschen Soldaten gesprengt, um vorrückende amerikanische Soldaten aufzuhalten. Nach dem 2. Weltkrieg konnte die Brücke provisorisch wieder hergerichtet werden. Ende der 1970er Jahre wurde die Brücke dann abgerissen und in ihrer heutigen Form mit zweispuriger Verkehrsführung inkl. Rad- und Fußgängerweg neu errichtet.

 

 

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Bildquelle: Fotoarchiv Kruppa / Text U. Quack

Kalender 2013 – April

 Mein erstes Schuljahr 1941

 

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Das Foto zeigt von links:

Franz-Josef Dahmen, Paula Dünbier, Anna Blank, Maria Pallemanns, Maria Schillings, Maria Busch, Josefa Cornelissen, Käthe Jansch, Hilde Hüsken, Sophie Holzenleuchter, Heinrich Aulenbacher,

vorne: Heinz Stammen, Hans-Martin Pesch, Peter Schiffer, Alois Wirtz

 

 

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Bildquelle: Paula Hinzen

Kalender 2013 – Mai

 Toast auf das Neukirchener Schützenfest

 

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Auf diesem Foto wurden von links erkannt:

Hermann Kreuels, Heinrich Neukirchen (Schmied), Oberst Willi Clemens, Christian Jäger, Adam Pesch, Karl von Montfort, Peter Cornelissen, Grenadiermajor Gustav Zahrs

 

 

 

 

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Bildquelle: Pfeiffer

Kalender 2013 – Juni

 Sehenswürdigkeiten in Münchrath

 

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Die Ortschaft Münchrath wurde vermutlich um das Jahr 816 durch Mönche des Klosters Werden gegründet. Münchrath gehörte im Mittelalter zum kurkölnischen Amt Hülchrath. 1794 besetzen französische Truppen den Ort und Münchrath gehörte jetzt zur Mairie Hülchrath. Ein Jahr nachdem das katholisch geprägte Rheinland beim Wiener Kongress (1815) dem protestantischen Königreich Preußen zugesprochen worden war, wurde die Bürgermeisterei Hülchrath gebildet, zu der Münchrath gehörte. 1929 kam die Gemeinde Hülchrath an den Landkreis Grevenbroich-Neuss und wurde in Gemeinde Neukirchen umbenannt.

In der Ortsmitte (Auf der Metzenheide / Im Kringsfeld) steht die abgebildete Kapelle, die im 19. Jahrhundert errichtet wurde als Backsteinbau mit Dreiecksgiebel, Rundbogenportal und einem Dachreiter mit Metallkreuz. Der Zugang ist mit einer Eisentür und einer verglasten Holztür versehen. Oberhalb des Portals gibt es eine kleine Rundbogennische. Innen befindet sich ein Altar, an der Decke hängend ein Metallkreuz mit Korpus, seitlich Buntglasfenster mit Abbildungen des St. Sebastian und St. Franziskus; vor dem Altartisch befindet sich eine Gedenktafel für Gefallene, seit 1984 steht auch neben der Kapelle ein Gedenkstein für die Opfer der Kriege mit den Daten und Namen der Kriegsopfer. (Quelle der Kapellenbeschreibung: Festschrift St. Sebastianus Hülchrath von 1987)

Der Saal der Gaststätte Panzer wurde im 2. Weltkrieg zerstört. Die Gaststätte selbst wurde noch einige Jahre nach dem Krieg betrieben und ist heute ein Wohnhaus.

 

 

 

 

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Bildquelle: Dorfgemeinschaft Hülchrath / Text U. Quack

Kalender 2013 – Juli

 Willi Koenen mit acht Frauen auf einem Ausflug

 

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Seit dem Aufkommen von Autobussen nehmen Ausflüge einen festen Platz im Leben der Vereine ein. Leider ist der Ort, den hier Willi Koenen mit einer ganzen Riege schmuck gekleideter Damen inspiziert, nicht näher bekannt. Die Begleiterinnen sind von links nach rechts nebeneinander Gertrud Roesberg, Gertrud Wirtz, Katharina Hansen, Christine Düllberg, Frau Blank, Katharina Schiefer, Sofia Hintzen, Frau Rütten und vorne Gertrud Zilleken. Die Frau im Hintergrund ist nicht zu erkennen.

 

 

 

 

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Bildquelle: Hintzen / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2013 – August

Verkaufswagen der Bäckerei Erschfeld aus Langwaden

 

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Obwohl dieses Foto leider undatiert ist, kann man erkennen, dass es sich bei der Bäckerei Erschfeld aus Langwaden um einen Traditionsbetrieb handelt, dessen angestammtes Geschäft im Verkauf „ab Wagen“ auf den Dörfern besteht. Das Unternehmen verweist sogar auf eine 130jährige Familientradition. Schon mit Pferd und Kutsche wurden früher die umliegenden Dörfer mit Schwarz-, Grau- und Feinbrot, Flechtwerk, Apfeltorte und Streuselkuchen versorgt. Nachdem es im Vorjahr eine deutliche Verkleinerung der Anzahl von Verkaufsfilialen gab, spielt der Direktvertrieb mit Verkaufsfahrzeuge inzwischen wieder die Hauptrolle.

 

 

 

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Bildquelle: Fotoarchiv Kruppa / Text U. Quack

Kalender 2013 – September

 Modernste Technik in Gubisrath

 

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Das Foto zur Erntezeit zeigt eine Dampf-Dreschmachine, wie sie Anfang des 20. Jahrhunderts eine sehr moderne Möglichkeit zur Erleichterung der harten Arbeit bei der Getreideernte darstellte. Der Reginenhof in Gubisrath war damals ein Vorreiter der Modernisierung. Schon mit der Abbildung eines anderen Dreschmaschinen-Modells aus dem Jahr 1907 im Kalender des Jahres 2009 hatten wir auf den hohen technischen Standard auf dem Reginenhof hingewiesen. Die Modelle wechselten mit den Jahren. Da das schon gezeigte Bild reges Interesse auslöste, zeigen wir Ihnen ein anderes Maschinenmodell, obwohl das Jahr dieser Aufnahme leider nicht bekannt ist.

Neben der mobilen Dampfmaschine findet man weitere markante Utensilien: eine Kohlenschaufel ganz links, begleitet von Schürhaken, sowie Bottiche für benötigtes Wasser. Mit einem Transpondergurt wird die Dreschmaschine angetrieben, die hinter den Mägden steht. Das ausgedroschene Stroh wird hier auf einen Pferdewagen geladen. Die Verladung von Getreide und Stroh erforderte die Knechte, die oben auf der Maschine stehen.

 

 

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Bildquelle: Fam. Krebs-Effertz  / Text Dr. Chr. Wiltsch u. U. Quack

Kalender 2013 – Oktober

 Pferde-Schlagkarre

 

 

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Hier führt Paul Pfeiffer Fuchs in den 30er-Jahren vor Swiontek am Jakobusplatz.

Einachsige Pferdefuhrwerke wurden Karre genannt, solche mit zwei Achsen Wagen. Bei den meisten Karren, deren Achse mittig unter dem Wagenkasten lag, konnte dieser zum Abladen nach hinten gekippt werden; wurde an der Vorderseite des Kastens ein Querholz (Schlagleiste) herausgezogen, kippte der gesamte Kasten nach hinten. Karren hatten viel größere Räder als Wagen, sie konnten einen Durchmesser von 2 Meter haben. Karren wurden meist von einem Pferd gezogen.

 

 

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Bildquelle: Fam. Hans Pfeiffer / Text: U. Quack

Kalender 2013 – November

 Grab auf dem alten Friedhof in Neukirchen

 

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Im Jahr 1929 wurde noch auf dem alten Friedhof beerdigt. Friedhöfe lägen früher meist an der Hauptkirche, wurden aber wie in Neukirchen mit steigender Bevölkerungszahl zu klein und konnten wegen der umliegenden Bebauung nicht erweitert werden. Daher suchte man in der Regel früher oder später eine geeignete Fläche für einen neuen Friedhof, die einen nicht zu weiten Trauerzug von der Hauptkirche ermöglichte. In manchen größeren Orten wurde dort wegen der Entfernung eine eigene Friedhofskirche errichtet.

 

 

 

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Bildquelle: Surlemont  / Text U. Quack

Kalender 2013 – Dezember

 Die Heiligen drei Könige

 

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Als „Heilige Drei Könige“ bezeichnet werden die in der Weihnachtsgeschichte des Matthäus-Evangeliums erwähnten „Magier“ (gemeint sind möglicherweise Sterndeuter) aus dem Osten oder „Weisen aus dem Morgenland“, die durch den Stern von Betlehem zu Jesus geführt wurden. Diese Fremden suchen nach dem neugeborenen „König der Juden“, ein Begriff, der bei Matthäus sonst von Römern, also von Heiden verwendet wird. Nicht aus dem Neuen Testament, sondern aus der Legendenbildung ergaben sich ihre Zahl, ihre Bezeichnung als Könige und – erst im 6. Jahrhundert – ihre Namen. In der Kunst wurden sie zunächst als bartloser Jüngling, erwachsener Mann mit dunklem Vollbart und Greis mit weißem Barte dargestellt. Im 12. Jahrhundert glaubte man im christlichen Abendland, die Welt bestehe aus den drei Kontinenten Europa, Asien und Afrika; dementsprechend symbolisierten drei Könige die drei Kontinente und der Vertreter Afrikas wurde in der künstlerischen Darstellung zum Mohren. Ihr Festtag in der katholischen Kirche ist der 6. Januar. Im Evangelium kommen die Weisen zuerst nach Jerusalem, wo die Reaktion der politischen und religiösen Aristokratie auf die Geburt des Messias geschildert wird: „sie erschrecken“; als sie das Christuskind gefunden haben, freuen sich die Weisen hingegen und bringen Gold, Weihrauch und Myrrhe dar. Als Sternsinger gehen Gemeindemitglieder seit etwa 50 Jahren in der Zeit vom 27. Dezember bis zum Dreikönigsfest als Heilige Drei Könige gekleidet mit einem Stern von Haus zu Haus.

Bei weitergehendem Interesse empfehlen wir Ihnen das Buch „Die Heiligen Drei Könige“ von Manfred Becker-Huberti aus Langwaden.

Im hier vorliegenden Foto von 1983 sind die einheimischen Darsteller: Josef Kindgen, Hubert Neukirchen und Günter Neukirchen.

 

 

 

 

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Bildquelle: Friedhelm Freytag

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Kalender 2014 – Deckblatt

 Die Frage war: Wer weiß, zu welchem Verein die abgebildete Fussballmannschaft gehörte?

 

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[richtige Antwort: Hülchrather Fussball Club]

 

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Bildquelle: U. Quack

Kalender 2014 – Januar

 Häuser im Unterdorf mit Brunnen

 

 

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Da Neukirchen als „Bördedorf“ nicht in einer Bachaue liegt, waren die Brunnen für das Überleben die wichtigste Infrastruktureinrichtung. Auf den Börden ist jedoch das Grundwasser tiefer als in den Bachauen, so dass man Gemeinschaftspumpen betrieb, wodurch die Kosten für Erstellung, Betrieb und Unterhaltung gering gehalten werden konnten. Klar, dass die Pumpen ein gern genutzter Platz zur Kommunikation waren, wie man es heute nennen würde. Weniger klar war dagegen das Wasser, das hier gefördert wurde, denn längs der Dorfstraße verlief auch der Abwassergraben, von dem aus immer wieder belastetes Wasser in den Grundwasserhorizont sickern konnte. Einige Seuchen, die daraus folgten, sind in den Archivalien der Kirchenarchive von Neukirchen und Hülchrath verzeichnet.

 

 

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Bildquelle: BSV Neukirchen / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2014 – Februar

 Kirchenchor vor dem Neukirchener Pfarrhaus vor 1956

 

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jeweils von links:

1.Reihe:
Willi Blank, Beate Wirtz, Matthias Stechmann, Kaplan Oskar Jungbluth, Pastor Scholl, Dirigent Johann Hilgers, Adele Schiefer, Willi Clemens

2.Reihe
Maria Spix/Buschmann, Margarethe Gailowitz, Sybille Stechmann, Maria Klein geb. Haas, Billa Blank/Ruß, Maria Wirtz geb. Düllberg, Inge Pallemanns, Gerti Krüll geb. Wirtz, Hilde Becker, Margret. Tillmann

3.Reihe
Hardy Hinzen, Hubert Wirtz, Helmut Lück, Theo Bock, Heinz Marx, Albert Vater, Matthias Wilberts, Franz Mahr, Hubert Neukirchen, Josef Hinzen

 

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Bildquelle: Paula Hinzen

Kalender 2014 – März

 Backstube bei Domgans

 

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Der auf dem Foto zu sehende Stein-Dampfbackofen wurde im Jahr 1934 errichtet und wird gerade von den Brüdern Christian und Heinrich Domgans bestückt. Bevor die Firma Fleck aus Solingen-Ohligs den Gusseiseneinschub einbringen und die Installation durchführen konnte, wurde der Steinofen mit ca. 3.000 Steinen von Josef Ritterbach aus Neukirchen errichtet. Der Ofen wurde bis zum Jahr 1970 von Hans Domgans betrieben und danach durch einen modernen Öl-Umwälzofen ersetzt. Leider hat der Familienbetrieb im Jahr 2003 für immer geschlossen.

 

 

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Bildquelle: Fam. Hans Domgans / Text Hans-Jürgen Kruppa

Kalender 204 – April

 Klassenfoto aus 1939

 

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Hockend von links nach rechts:
Karl Vieser, Josef Ritterbach, Heinz Pesch, Werner Schmitz, Hans Swiontek, Philipp Iltisberger, Peter Hansen, Christian Wirtz

Dahinter in zweiter Reihe, vlnr:
Et Pergs Maria, Christel Wirtz verh. Hintzen, Leni Wolf, Toni Schmitz „Hama’äsch“, Martha Coellen verh. Maar, Anni Rütten, Sophie Bodewig, unbekannt, Sophie Schmitz-Kluth verh. Hauffs

Stehend hinten (vlnr):
Hardy Bodewig, Theo Blank, Sibilla Wirsch, Caroline Reising verh. Engele, Maria Efferts verh. Krebs, Liesel Scheffer verh. Fleischer, Norbert Kamps, Peter Weitz, Willi Kluth(?)

 

 

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Bildquelle: Josef Hinzen / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2014 – Mai

 Marinezug vor Zimmermann (später Stammen) in der Brunnenstraße

 

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Das Schützenfestbild zeigt die „Blauen Jungs“. Diese hatten sich 1924 vom Jägerzug zu Matrosen gewandelt. Das Foto wird bald darauf entstanden sein. Der Kreativität der Schützen sind kaum Grenzen gesetzt. Neben den Klassikern „Grenadiere“ und „Jäger“ sind Reiter, Marine oder gar Husaren auf unseren Straßen zu finden. In jüngerer Zeit finden wir auch nach schweizer Vorbild „Wilhelm-Tell-Schützen“. Erlaubt ist alles, was zur Pracht des Schützenfestes beiträgt und einen Bezug zum Schützenwesen hat. Seetauglichkeit oder Bergsteigerqualitäten sind dabei nicht notwendig, sondern ausschließlich „Spaß an d’r Freud“.

 

 

 

 

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Bildquelle: (?)  / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2014 – Juni

Bildpostkarte von 1940, Verlag Jakob Krapohl 

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Was wie ein idyllisches Sommer-Ferienlager an der Erft wirkt, diente der NSDAP zur Erziehung der Jugend mit Nationalsozialistischem Gedankengut. Die Jugenderziehung unter Federführung des 1934 neu entstandenen Erziehungsministeriums besass höchste Priorität und war als Chefsache dem Führer direkt unterstellt. Die Schulungen wurden gerne in der „Mutter Natur“ und im Sommer in Zeltlagern durchgeführt. Jungen und Mädchen wurden getrennt nach Jahrgangsschulungsplänen auf das weitere Leben vorbereitet. Jungen von 10 bis 14 Jahren wurde im „Jungvolk“, den 14 bis 18jährigen in der HJ (Hitlerjugend) die Ausbildung zuteil. Mädchen zwischen 10 und 14 Jahren waren den „Jungmädeln“ und die 14 bis 21jährigen dem dbm (Bund Deutscher Mädel) zugeordnet.

Das Foto zeigt ein HJ-Lager, erkennbar an den Gefolgschaftsfahnen, das sich unter den Bezeichnugnen „Erftlager“ und „Gebietslager 4“ kurz hinter Hülchrath links in Richtung Neubrück befand.

Eine HJ-Gefolgschaft bestand in der Regel aus 120-160 Jungen und war in 4 Scharen untergliedert; die Leitung hatten Gefolgschafts- und Scharführer. Darüber standen die Bann- und die Gebietsführer. Ausgewählte Jungen wurden zu Kameradschafts- und Rottenführern befördert.

Reichsweit existierten 42 Gebiete, die als Gaue bezeichnet wurden. Das „Gebiet Nr. 10“ umfasste den „Raum Ruhr / Niederrhein“, zu dem das Erftlager gehörte.

Quelle: Organisationshandbuch der NSDAP, Kreisarchiv

 

 

 

 

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Bildquelle: Dorfgemeinschaft Hülchrath / Text: Hans-Jürgen Kruppa

Kalender 2014 – Juli

 O-Bus-Linie von Neuss nach Hoisten im Mai 1954

 

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Schon 1901 wurden Arbeitskräfte mit der Strassenbahn vom Neusser Bahnhof zu den Industriebetrieben im Hafen und am Obertor gebracht. Nach dem 2.Welkrieg gab es auch Bedarf für regelmässigen Nahverkehr zu den Neusser Stadtteilen Reuschenberg, Weckhoven, Hoisten und Holzheim mit ihrem Arbeiterpotential, das im Focus der grösser werdenden Fabriken stand. Die Kraftpost-Überlandlinien konnten den Personentransport auf den stark frequentierten Strecken nicht ausreichend gewährleisten, u.a. weil Benzin bis in die 50er-Jahren auf dem Markt nicht immer in den erforderlichen Mengen verfügbar war. Neue Schienen für Strassenbahnen waren vom britischen Militärgouverneur Lt. Cd. R. M. Daves nicht freigestellt worden. So entschied der Neusser Stadtrat zur Erschliessung der Stadtrandgebiete für eine Weiterführung der Strassenbahnlinie mit neuen Oberleitungsbussen. Diese waren zuvor schon in einigen Grossstädten als „Trolleybusse“ im Einsatz. Am 23. August 1948 fand die Jungfernfahrt eines O-Busses nach Reuschenberg für einen Fahrpreis von 20 Pfennigen statt. Unter Verwendung alter Brückenbau-Holzmasten gelang dann im Dezember des gleichen Jahres auch der Weiterbau der Oberleitungen bis Weckhoven. In einem gewaltigen Kraftakt, so berichtete die Neusser Zeitung, wurde dann am 30. März 1953 Hoisten mit der Endstation „Bahnhof am Friedhof“ erreicht. Da sich im Jahr 1953 die Beförderungszahl insbesondere durch die Pendelarbeiter gegenüber dem Vorjahr um 30% gesteigert hatte und die vorhandenen Busse morgens und abends selbst im 30-Minuten-Takt überfüllt waren, entschloss man sich, eine Vorreiterposition einzunehmen und orderte die ersten Gelenk-Oberleitungsbusse Deutschlands, die 142 Fahrgästen Platz boten und ab 15. April 1954 eingesetzt werden konnten. Das Foto zeigt einen dieser Gelenk-O-Busse im Busbahnhof in Neuss. Diese wurden 1960 nach Pforzheim verkauft.

 

 

 

 

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Bildquelle: Fotoarchiv Kruppa / Text: Hans-Jürgen Kruppa

Kalender 2014 – August

 Bilderstöckchen Ende der 80er Jahre

 

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Mit beginnender Elektrifizierung der Dörfer, die für Neukirchen von Neuss aus im Jahre 1908 erfolgte, wurden auch Hochspannungsleitungen und Transformatorengebäude notwendig. Heute nutzlos geworden, musste dieses Modell kurz vor Vollendung seines 100-sten Geburtstages der Abrissbirne weichen, da die Kreuzung am bereits 1790 erwähnten „Wehler Bilderstöckchen“ ein Unfallbrennpunkt war und somit das Sichtfeld etwas verbessert werden sollte. Man erkennt das Partnerschaftsschild von GV mit bereits 3 Partnern (Grevenbroich (1982), St. Chamond (1982) und Zilli/Celje (ca. 1895)) sowie das kurz vor 1990 aufgebaute Lkw-Verbotsschild.

Gegenüber gab es die Marien-Kapelle, die dem „Bilderstöckchen“ den Namen gegeben hat. Sie wurde abgetragen und an der Erft wiederaufgebaut. Grund dieser Verlagerung war, dass die dort jährlich stattfindende Gefallenen-Ehrung bei dem starken Verkehr auf der L142 gefährlich erschien.

 

 

 

 

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Bildquelle: H.-J. Kruppa / Text Dr. Chr. Wiltsch/U. Quack

Kalender 2014 – August

 Bilderstöckchen Ende der 80er Jahre

 

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Gegenüber von dem Transformatorengebäude gab es die Marien-Kapelle, die dem „Bilderstöckchen“ den Namen gegeben hat. Sie wurde abgetragen und an der Erft wiederaufgebaut. Grund dieser Verlagerung war, dass die dort jährlich stattfindende Gefallenen-Ehrung bei dem starken Verkehr auf der L142 gefährlich erschien.

 

 

 

 

 

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Bildquelle: H.-J. Kruppa / Text Dr. Chr. Wiltsch/U. Quack

Kalender 2014 – September

RWE-Bautrupp im Jahr 1930

 

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Es ist leider nicht bekannt, an welcher Stelle der Wagen fotografiert wurde. Bekannt ist jedoch, dass einer der abgebildeten Monteure aus Münchrath stammte.

Ob man sich damals bereits eine Vorstellung machte, was unter einem „vollelektrischen Haushalt“ zu verstehen ist? Solche Fahrzeuge waren aber auch unterwegs, um Dreh-Strom für den Antriebsmotor elektrischer Dreschkästen zu verkabeln. Wie auch bei Fahrzeugen verdrängten später Kraftstoff-Motoren den Elektroantrieb, z.B. weil die Landwirte dann nicht mehr auf den Trupp des RWE warten mussten. Die Schlepper wurden zu diesem Zweck mit Schwungrädern ausgerüstet.

 

 

 

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Bildquelle: Fotoarchiv Kruppa  / Text Dr. Chr. Wiltsch/U. Quack

Kalender 2014 – Oktober

Vor der Gaststätte „Restauration Paulussen“, danach „Zum Schwatte Bäcker“, heute Friseur

 

 

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Die Personen wurden von links identifiziert als:

Paul Peiffer, Hubert Tilger oder Willi Küpper, Christian Jäger, Caspar Sprenger, der die Gaststätte später übernommen hat und ?.

 

 

 

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Bildquelle u Text: Fam. Hans Pfeiffer

Kalender 2014 – November

 Trauerzug am Jakobusplatz

 

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Mit der Anlage des neuen Friedhofes am Ende des Dorfes änderten sich die Abläufe der Trauerfeierlichkeiten. Ging es ursprünglich nach der Totenmesse direkt auf den Friedhof, der ja immer um die Kirche herum zu liegen hatte, damit am Tage der „Wiederkunft des Herrn“ die in der Kirche versammelten Lebenden und die um die Kirche versammelten Toten der Gemeinde von geweihtem Boden aus in die himmlische Herrlichkeit übergehen konnten, muss man nun eine Prozession durch das Dorf unternehmen. Schnell bilden sich auch hierfür feste Formen aus, die erst durch den Bau einer Friedhofskapelle abgelöst werden. Da der Verstorbene Herr Peiffer sich rege am Dorfleben beteiligt hatte, ist der Trauerzug auch etwas würdevoller, als sonst. Die Fahne, die dem Kreuz folgt, dürfte die Schützenfahne oder die des Kriegervereins gewesen sein.

 

 

 

 

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Bildquelle: Surlemont  / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2014 – Dezember

 Silvesterfeuerwerk über Neukirchen im Jahr 2000

 

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Die Sponsoren, Unser Neukirchen e.V. und die an der Erstellung des Kalenders Beteiligten
wünschen Ihnen ein gutes Neues Jahr!

 

 

 

 

 

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Bildquelle: H.J. Kruppa

Nicht aufgeben!

Es geht weiter mit den Kalenderblättern aus dem Jahr 2015

Kalender 2015 – Deckblatt

 

 

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Zu erraten war der Name der Frau, die aus dem Fenster im Obergeschoß schaut.

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Bildquelle: E. Wirtz

Kalender 2015 – Januar

 

 

 

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Bildquelle: Dorfgemeinschaft Hülchrath / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2015 – Februar

 

 

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Bildquelle: Fotoarchiv Kruppa / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2015 – März

 

 

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Bildquelle: M. Schmitz / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2015 – April

 

 

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Bildquelle: Antonia Hinzen / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2015 – Mai

 

 

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Wahrscheinlich entstand das Bild kurz vor dem Schützenfest im April 1950 (23.4. ist Patronatstag des Hl. Georg) unter dem „alten König“ Toni Schmitz, also bevor der neue König Mitte Mai sein Regentschaftsjahr antreten konnte. Das Bild zeigt von rechts Johann Cöllen, Toni Schmitz, Gertrud Bürger (geb. Offer), Paula Hintzen (geb. Dünbier), Hubert Tilger, Simon Rütten, Heinrich Niessen, Pastor Scholl, Frl. Vieten, Philip Mattheisen auf dem Podium vor dem Anwesen des Landwirtes Peter Kluth (heute Kruppa) an der Ecke Hülchrather Straße / Viehstraße.

 

 

 

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Bildquelle: Maria Tilger  / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2015 – Juni

 

 

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Bildquelle: Dorfgemeinschaft Hülchrath / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2015 – Juli

 

 

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Bildquelle: Ulrich Quack / Text Urich Quack u. Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2015 – August

 

 

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Bildquelle: Tambourcorps / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2015 – September

 

 

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Bildquelle: Archiv Rhein-Kreis-Neuss  / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2015 – Oktober

 

 

 

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Bildquelle u. Text: H.J. Kruppa

Kalender 2015 – November

 

 

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Bildquelle: Archiv Rhein Kreis Neuss  / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2015 – Dezember

 

 

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Bildquelle: Fotoarchiv Kruppa / Text Dr. Chr. Wiltsch

Nicht aufgeben!

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Kalender 2015 – Deckblatt

 

 

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Zu erraten war der Name der Frau, die aus dem Fenster im Obergeschoß schaut.

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Bildquelle: E. Wirtz

Kalender 2015 – Januar

 

 

 

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Bildquelle: Dorfgemeinschaft Hülchrath / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2015 – Februar

 

 

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Bildquelle: Fotoarchiv Kruppa / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2015 – März

 

 

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Bildquelle: M. Schmitz / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2015 – April

 

 

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Bildquelle: Antonia Hinzen / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2015 – Mai

 

 

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Wahrscheinlich entstand das Bild kurz vor dem Schützenfest im April 1950 (23.4. ist Patronatstag des Hl. Georg) unter dem „alten König“ Toni Schmitz, also bevor der neue König Mitte Mai sein Regentschaftsjahr antreten konnte. Das Bild zeigt von rechts Johann Cöllen, Toni Schmitz, Gertrud Bürger (geb. Offer), Paula Hintzen (geb. Dünbier), Hubert Tilger, Simon Rütten, Heinrich Niessen, Pastor Scholl, Frl. Vieten, Philip Mattheisen auf dem Podium vor dem Anwesen des Landwirtes Peter Kluth (heute Kruppa) an der Ecke Hülchrather Straße / Viehstraße.

 

 

 

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Bildquelle: Maria Tilger  / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2015 – Juni

 

 

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Bildquelle: Dorfgemeinschaft Hülchrath / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2015 – Juli

 

 

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Bildquelle: Ulrich Quack / Text Urich Quack u. Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2015 – August

 

 

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Bildquelle: Tambourcorps / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2015 – September

 

 

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Bildquelle: Archiv Rhein-Kreis-Neuss  / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2015 – Oktober

 

 

 

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Bildquelle u. Text: H.J. Kruppa

Kalender 2015 – November

 

 

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Bildquelle: Archiv Rhein Kreis Neuss  / Text Dr. Chr. Wiltsch

Kalender 2015 – Dezember

 

 

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Bildquelle: Fotoarchiv Kruppa / Text Dr. Chr. Wiltsch